Medien: Schumi führt RTL zu Top-Quote
Montag, 15. März 2010 um 15:57

Medien: Schumi führt RTL zu Top-Quote

von Daniel Geradtz

Erstmals seit langem wurde wieder einmal die 10 Millionen Marke überschritten. Damit hatte RTL fast doppelt so viele Zuschauer wie im vergangenen Jahr in Bahrain.

| Köln (!NS!DE-RAC!NG) - Das was Viele vorhergesehen haben, ist eingetreten. Michael Schumacher hat es wieder geschafft die Nation an den Fernseher zu fesseln. Das hat selbst Sebastian Vettel in der vergangenen Saison nicht geschafft. Den Titelkampf verfolgten damals im Schnitt 5,21 Millionen Zuschauer bei RTL. Das letzte Rennen in Abu Dhabi immerhin 7,23 Millionen.

Doch mit dem Großen Preis von Bahrain stieß der Kölner Privatsender in ungeahnde Höhen. Der höchste Wert wurde in der Analyse erreicht. Man hatte mit 11,54 Million Zusehern rund eine Million mehr als im Durchschnitt. Der letzte zweistellige Wert geht auf das Saisonfinale 2007 in Brasilien zurück, es war der packende Zweikampf zwischen Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton.Bereits am Samstag während der Qualifikation ließen sich die Tendenzen erkennen. Immerhin waren es knapp 3 Millionen Zuschauer.

Damit würdigen die Zuschauer das Engagements von RTL. Denn erstmals seit geraumer Zeit gab es  dritte freie Training am Samstagmorgen live und nur durch eine Werbeinsel unterbrochen. Auch danach ging es bis zur Qualifikation mit der Formel 1 weiter. Insgesamt waren es am Samstag knapp fünf Stunden Übertragung. Damit lag man was die reine Formel 1 Berichterstattung angeht deutlich vor dem Pay-TV Mitbewerber Sky. Aber auch das DSF brauchte sich am Freitag nicht vor dem Bezahlfernsehen zu verstecken. Mit Vor- und Nachberichten von jeweils 30 Minuten, sendete auch das Deutsche Sportfernsehen, welches ab April Sport1 heißen wird, fünf Stunden live. Denn im Vergleich dazu analysierte Sky die Trainings innerhalb von weniger als zehn Minuten. Außerdem hatte man mit Hans-Joachim Stuck einen kompetenten Experten am Mikrofon. Die Rennwiederholung am Sonntag kommentierte neben Peter Kohl der DTM Champion Timo Scheider.

Es bleibt abzuwarten, ob im Free-TV weiterhin so großzügig über die Formel 1 berichtet wird. In den kommenden Überseerennen wird zunächst jedoch das Programm gekürzt. Zumindest dann wird wieder Sky die Nase vorne haben. DG

Woche 10|Statt in Australien findet der Saisonauftakt nächste Woche in Bahrain statt - nicht zur Freude der Beteiligten und Fans. !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler erklärt, was der Vorteil ist.  



Kommentar: F1: Saisonauftakt in Bahrain - Der Vorteil


von Michael Zeitler






Statt in Australien findet der Saisonauftakt nächste Woche in Bahrain statt - nicht zur Freude der Beteiligten und Fans. !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler erklärt, was der Vorteil ist.


| Manama (!NS!DE-RAC!NG) - Durch den neuerlichen kräftigen Wintereinbruch fehlt das Feeling, aber in einer Woche ist zumindest für die Formel-1 der Winter beendet: Dann heißt es von der Schnee- in die Sandwüste, denn in Bahrain steigt bei 30 Grad und mehr der Saisonauftakt zur F1-Weltmeisterschaft 2010. Über den Winter gab es viele Themen, deshalb wurde es nicht langweilig, trotzdem freut sich nun jeder in der F1-Szene, dass sich die Räder endlich auch wieder gegeneinander drehen, nicht nur zu Testzwecken. Alle wollen wissen, wer jetzt wirklich wo steht, denn durch die größeren Tanks sind die Testzeiten noch unintepretierbarer, als sie es schon in den Wintern zuvor waren. Jeder will wissen: Ist Ferrari wirklich nicht zu schlagen? Wie schlägt sich Michael Schumacher? Wer ist das beste neue Team? Und so weiter und so fort.


Anders als in den letzten Jahren gewohnt, findet der Auftakt aber nicht mehr im australischen Melbourne statt, sondern in Bahrain. Der Standortwechsel hat Kritiken hervorgerufen. Bahrain biete einfach nicht das richtige Flair für den Saisonauftakt. Ganz anders Melbourne: Die Metropole stimmt die Fans gekonnt auf die Saison ein, die Wüstenumgebung von Manama bringt eine gewisse Leere mit sich. Genauso, wie das Saisonfinale in Abu Dhabi 2009 nicht das Flair hatte, wie Finalläufe im Hexenkessel von Interlagos in Brasilien, wo eine Atmosphäre wie in einem gigantischen Fußballstadion herrschte. Und mal Hand aufs Herz: Irgendwie hatte es was, für den Saisonauftakt in Melbourne um fünf Uhr morgens die Glotze einzuschalten!


Aber Schluss mit der Kritik. Tatsächlich gibt es auch nicht nur für Langschläfer Vorteile des Standortwechsels. Die Strecke in Melbourne weist nämlich eine besondere Charakteristik auf, die das Kräfteverhältnis nicht selten verwaschen hat. Soll heißen: Wer wirklich wie schnell war, das wusste man oft auch nach dem Australien GP nicht. In Bahrain wird das anders sein: Die Temperaturen werden erwartungsgemäß hoch sein, das Kräfteverhältnis damit normal – zumal die Strecke auch eine nach dem Schema ff ist. Nach dem Bahrain GP wird der GP-Zirkus auch wirklich erste Fakten auf der Hand haben, wer wo steht – und das ist vor allem nach einem solchen Winter wichtig. Ein Winter, der ins Wasser fiel, denn die meisten Testergebnisse wurden nicht nur vom großen Tank verwaschen, sondern auch vom Regen.


Melbourne oder Manama – das ist jetzt egal. Hauptsache in sieben Tagen geht es endlich wieder richtig zur Sache!