Die Siegerliste der argentinischen Formel-1 von 1963 bis 1979:
1. Luis Di Palma (22)
2. José Pedro Passadore (11)
3. Jorge Ternengo (9)
3. Ángel Rubén Monguzzi (9)
3. Jorge Omar del Río (9)
6. Néstor García Veiga (7)
6. Mauricio García (7)
8. Domingo di Santo (6)
8. Ramón Requejo (6)
10. Vincente Cipolatti (5)
10. Edoardo Copello (5)
12. Víctor Hugo Plá (4)
12. Jorge Bianchi (4)
14. Orlando Sotro (3)
14. Jorge Cupeiro (3)
14. Omar Cuvertino (3)
14. Miguel Angel Guerra (3)
18. Carlos Pairetti (2)
18. Emillio Bertollini (2)
20. Carlos Martín (1)
20. Omar Almeida (1)
20. Héctor Gradassi (1)
20. Nasif Estéfano (1)
20. Daniel Saucho (1)
20. Daniel Favre (1)
20. Héctor Risso (1)
Auf den ersten Plätzen liegen also Luis di Palma, José Pedro Passadore, Jorge Ternengo, Ángel Ruben Monguzzi und Jorge Omar del Río. In Europa sind die Fahrer weitgehend unbekannt:
Luis di Palma: Der Argentinier gewann 22 Rennen in der argentinischen Formel-1 und ist damit der erfolgreichste Fahrer der Serie. Unterstrichen wird das mit seinen beiden Titeln 1974 und 1978 (seinen zweiten Titel holte er in einem Pianetto Dodge). In der F1-WM fuhr Di Palma bei keinem Rennen. Verwunderlich: Selbst als Berta auch in die WM wollte, war Di Palma nicht als Fahrer gedacht, obwohl er damals Meister der argentinischen Formel-1 war – mit Berta. Stattdessen übernahm der Meister von 1973, Néstor García Veiga die Testarbeit und war für den Argentinien GP 1975 auch mit dem Berta Cosworth gemeldet. Oreste Berta hatte sogar noch einen eigenen Motor im Petto, aber das Projekt versandete. In der argentinischen Formel-1 fuhr Di Palma meistens mit einem Berta Tornado. Der im September 2000 im Alter von 65 Jahren verstorbene Di Palma führte den Rennwagen sogar in der amerikanischen Formel-5000 aus. Auch in der argentinischen Tourenwagenmeisterschaft war Di Palma eine große Nummer: Mit einem Volkswagen wurde er 1983 Meister in der Serie, die in den letzten drei Jahren von José-María Lopez dominiert wurde, also jenen Argentinier, der 2010 für USF1 sein F1-Debüt geben soll. Di Palma hatte damals einen eigenen Rennstall, Di Palma Competition. Für das North American Racing Team fuhr er 1973 sein bedeutendstes Rennen in Europa, als er beim 24-Stundenrennen von Le Mans teilnahm und auf Platz 29 ins Ziel kam.
José Pedro Passadore: Er kommt aus Uruguay und sicherte sich 1976 und 1977 den Titel in der argentinischen Formel-1. Er fuhr für das Pianetto-Team, die ab Mitte der 70er Jahren mit dem Pianetto Dodge die Serie dominierten. 1977 sorgte Passadore bei einem Feuercrash aber auch für Angst und Schrecken. Doch er entkam dem brennenden Formel-Rennwagen unverletzt. In den 80er Jahren tauchte er bei Rennen der südamerikanischen Formel-3 auf, dazu fuhr er in Argentinien Tourenwagen. Sein Sohn, José Pedro Passadore II schaffte es bis in die argentinische Formel-4, wechselte dann aber zu den Tourenwagen. Dort ist der 26-Jährige auch aktuell noch aktiv.
Jorge Ternengo: Auch der Argentinier fuhr lange mit einem Berta Tornado. Außer in der argentinischen Formel-1 trat er fast keinen nennenswerten Serien zum Vorschein, auch wenn er ebenfalls bei Tourenwagenrennen gesichtet wurde. Zudem begann Ternengo seine Karriere auf dem Motorrad. Dort fuhr er unter anderem gegen den späteren F1-Piloten Jean-Pierre Beltoise.
Ángel Rubén Monguzzi: Er wurde 1972 Meister in der argentinischen Formel-1, trat aber sonst kaum in Erscheinung.
Jorge Omar del Río: Der Argentinier stellte sein Talent nicht nur in der argentinischen Formel-1 unter Beweis: Von 1980 bis 1982 holte er sich dreimal in Folge den Titel in der argentinischen Tourenwagenmeisterschaft, mit einem Volkswagen, der von Pianetto eingesetzt wurde. Nur Juan María Treverso ist erfolgreicher Del Río in der Tourenwagenserie.
In der Siegesliste gibt es auch Fahrer, die später auch in der F1-WM auftauchten:
Miguel Angel Guerra: Rechnet man die Kilometer zusammen, die alle F1-Fahrer im Rennen gefahren sind, ist Miguel Angel Guerra wohl am untersten Ende zu finden. Der am 31. August 1953 in Buenos Aires geborene Guerra konnte sich in 3 Versuchen mit dem Osella Ford nicht qualifizieren, erst beim Imola GP 1981 gelang die Qualifikation. Damals schied er aber schon nach 3 Runden nach einer Kollision mit Eliseo Salazar (March Ford) aus. Bei der Kollision brach sich Guerra ein Handgelenk und ein Knöchel. Er musste aussetzen und ging wieder in die Formel-2 zurück, wo er zuvor schon 3 Jahre für Minardi und dem Vorgängerteam Scuderia Everest fuhr. Ein Comeback in der Formel-1 gab es nicht, stattdessen ging er zurück nach Argentinien, wo er in den 70er Jahren bereits Siege in der argentinischen Formel-1 sammeln konnte. Dieses Mal aber stieg er auf Tourenwagen um. Aber nicht nur in der argentinischen Formel-1 konnte Guerra Erfolge einfahren: 1974 wurde er argentinischer F4-Meister, wie auch 1975. Von 1975 bis 1977 gewann er auch 3 Mal in Folge die argentinische Formel-2, jeweils mit einem Lotus Renault. Damit ist er der erfolgreichste Fahrer aller Zeiten in der Serie.
Nasif Estéfano: Er fuhr vor allem in der argentinischen Meisterschaft, als es noch Formel-Libre-Rennen waren. Aber auch in der F1-Zeit fuhr er in der Serie, wurde auch Meister. In der F1-WM probierte er sich auch: 1960 fuhr er beim Argentinien GP einen privaten Maserati und platzierte sich als 14. Beim Italien GP 1962 versuchte er ein Comeback im De-Tomaso-Team, scheiterte jedoch an der Qualifikationshürde. Estéfano ging nach Argentinien zurück und wurde 1965 und 1966 F3-Meister. Danach wechselte er zu Langstreckenrennen und fand dort 1973 seinen Unfalltod. Der Unfall war an Brutalität nicht zu überbieten: Bei zahlreichen Überschlägen wurde er aus dem Fahrzeug geschleudert und voll vom hinterherfahrenden Wagen getroffen.