In der Sommerpause probierten sich Nico Rosberg und Jenson Button beim Triathlon. Dass Profisportler aus anderen Sportarten im Motorsport auftreten, ist üblicher. Â
| London (!NS!DE-RAC!NG) - Der Automobilweltverband FIA ist manchmal auch ganz nett. Damit sich die in der Formel-1 involvierten Arbeiter auch mal in die Sonne knallen können, schreibt die FIA im August zwei Wochen Zwangsurlaub vor. In diesen bleiben die F1-Fabriken geschlossen. Nico Rosberg und Jenson Button lehnten das Angebot jedoch ab: Sie gingen lieber bei Triathlons an den Start, Button wie schon seit Jahren in London und Rosberg in Kitzbühl. Beide schlugen sich ordentlich und zeigten, dass Motorsport schon mehr ist, als nur Im-Kreis-Fahren. Die meisten F1-Piloten sind nicht nur fitt wie ein Turnschuh, sondern auch wie Profi-Triathleten, wie Rosberg und Button nun zur Schau stellten.
Doch auch umgekehrte Beispiele gibt es: Viele Profisportler verschlägt es immer wieder in dem Motorsport. Beispiele:
Janne Ahonen, einer der besten Skispringer aller Zeiten: 36 Weltcup-Siege stehen zu Buche (zwischen 1993 und 2008), damit ist er hinter Matti Nykänen (46) und Adam Malysz (38) drittbester in der ewigen Bestenliste. Bei den Olympischen Spielen holte Ahonen zudem zweimal Silber, bei der WM fünfmal Gold, dreimal Silber und zweimal Bronze, 2003/'04 und 2004/'05 wurde er Weltcup-Meister. Fünf mal gewann er außerdem die Vierchancentournee, das gelang noch niemand zuvor. Im Motorsport fährt Ahonen seit Jahren Dragster-Rennen. 2004 gewann er mit dem Eagle-Team sogar die finnische und nordische Meisterschaft.
Sven Hannawald, ebenfalls Skispringer: Seine Karriere musste er aber Ende 2004 beenden, nachdem die Ärzte bei ihm das Burn-Out-Syndrom diagnostizierten. 2001/''02 schaffte er es bei der Vierschanzentournee alle vier Wettbewerbe zu gewinnen. Zweimal (2001/'02, 2002/'03) gewann er den Gesamtweltcup, 18 Weltcup-Siege stehen außerdem zu Buche, bei den Olympischen Spielen erreichte er einmal Gold und zweimal Silber, genauso wie auch bei der WM. Seine Rennsportkarriere lässt solche Erfolge noch vermissen: Der Deutsche fuhr zunächst im Seat Leon Supercup ein Gastrennen 2005 auf dem Hockenheimring, 2008 fuhr er für Schnabl Enginneering im Porsche GT3-Cup und bei den ADAC GT Masters, wo er auch 2009 fallweise für Buchbinder Racing fuhr. Seit 2010 ist der in der Serie Stammfahrer und fährt eine Corvette GT3 für Callaway Competition, zusammen mit Thomas Jäger. Podestluft durfte Hannawald dabei schon schnuppern.
Luc Alphand: Zwischen 1995 und 1997 gewann Luc Alphand zwölf Weltcup-Rennen als Skiläufer. 1997 krönte er seine Laufbahn mit dem Sieg im Gesamtweltcup. Bereits in seiner Zeit als Skirennfahrer war er für seine Liebe zur Schnelligkeit bekannt und so ist es gar nicht so überraschend, dass Alphand an seine Skirennkarriere eine echte Motorsport-Karriere dranhängte. Und doch könnte der Kontrast seiner Erfolge nicht größer sein: Dem Erfolg auf dem Schnee folgte der Erfolg in der Wüste: Mit einem Mitsubishi gewann er 2006 die berühmte Rallye Dakar. Seit 2001 tritt Alphand außerdem jedes Jahr mit einem eigenen Rennstall beim 24-Stundenrennen von Le Mans an. 2006 wurde er mit einer Chevrolet Corvette und gemeinsam mit Jérôme Policand und Patrice Gouesland Siebter.
Franz Klammer ist eine österreichische Skilegende: Der Skirennfahrer holte 26 Weltcupsiege und wurde 1976 Olympia-Meister, holte außerdem in der WM zwei Mal Gold und einmal Silber. Klammer ist einer der besten Abfahr-Skirennläufer aller Zeiten. Aber auch seine Erfolge im Motorsport lassen sich sehen: 1985 startete er seine Karriere im DTM-Team von Helmut Marko, heute Berater des Red-Bull-F1-Teams. Besser als in der deutschen Tourenwagenserie war Klammer in der österreichischen Serie, wo er auch Meister wurde. Siege holte er auch in der Europa-Meisterschaft.
Alfonso de Portago war in mehreren Sportarten aktiv. Dazu zählte das Reiten ebenso, wie der Motorsport und das Bobfahren. Bei den Olympischen Spielen 1956 wurde er im Bob Vierter, in der Formel-1 bestritt der Spanier fünf WM-Rennen für Ferrari und holte dabei vier Punkte. 1957 verstarb er bei einem schrecklichen Unfall bei der Mille Maglia. Nicht nur sein Leben hatte damit ein Ende, sondern auch jenes des Sportwagen-Klassikers. Auch Christopher Langen war Bobfahrer und fuhr später im Porsche Carrera Cup, wo 2001 auch Mark Warnecke aktiv war, ein deutscher Weltklasseschwimmer, der im Brustschwimmen Rekorde hält.
Klaus-Peter Thaler ist ebenfalls ein deutsches Vielseitigkeitstalent. Als Querfeldein-Fahrradfahrer holte er zwei WM-Titel, bestritt danach aber auch richtige Radrennen. Bei der Tour de France erlangte er sowohl Etappensiege, auch kam er zwischenzeitlich in den Genuss des Gelben Trikots des Gesamtführenden. Im Motorsport fuhr Thaler in der VLN, in der deutschen Tourenwagenmeisterschaft und beim 24-Stundenrennen auf dem Nürburgring, wo er mehrmals Top-10-Positionen erreichte. Bei diesem Langstreckenrennen war 2008 und 2009 auch Jan Ullrich, Tour-de-France-Gewinner 1997, am Start. Richard Virenque fuhr 2005 mit einer Corvette beim 24-Stundenrennen in Spa. Auch er war Radrennfahrer, gewann bei der Tour-de-France Ende der 90er Jahre das Bergtrikot.
Mikael Forsten, ein Weltklasse-Springreiter bestritt 2008 sowohl die FIA-GT-Serie, als auch das 24-Stundenrennen von Le Mans. Der Finne ist als Springreiter noch immer aktiv. Alexander Wurz, zwei Mal Sieger beim 24-Stundenrennen von Le Mans und drei Mal bei F1-Rennen auf dem Podest, war 1986 BMX-Weltmeister. Steffi Graf, eine der besten deutschen Tennisspielerin, setzte sich in Hockenheim 1988 in den Rial Ford, während der Motor angelassen wurde. Gefahren ist sie aber nicht.