F1: Räikkönen-Comeback - Was machen die anderen Ex-Weltmeister
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Montag, 19. Dezember 2011 um 20:30
Besteht nach dem Comeback von Kimi Räikkönen die Chance auf ein weiteres Weltmeister-Comeback?

F1: Räikkönen-Comeback - Was machen die anderen Ex-Weltmeister?

von Michael Zeitler

Besteht nach dem Comeback von Kimi Räikkönen die Chance auf ein weiteres Weltmeister-Comeback?

| Enstone (!NS!DE-RAC!NG) - Mit dem Comeback von Kimi Räikkönen gibt es mit sechs F1-Weltmeister im aktuellen Fahrerfeld so viele, wie nie zuvor! Um eine solche Zahl zu erreichen, müssen natürlich gewisse Umstände eintreten. Es darf keine jahrelange Dominanz geben, wie zwischen 2000 und 2004, als Michael Schumacher fünf Mal in Folge Weltmeister geworden ist. Nehmen wir zum Beispiel mal den Fall an, dass McLaren in den vergangenen Jahren jedes Jahr das beste Auto gebaut hätte und damit Lewis Hamilton seit 2007 fünf Mal in Folge Weltmeister geworden wäre. Dann gäbe es keinen Weltmeister namens Kimi Räikkönen, keinen namens Jenson Button und keinen namens Sebastian Vettel. Die Zahl der aktiven Weltmeister im Grid 2012 wäre nur halb so groß. Für diese enorme Anzahl an Weltmeistern im Feld muss es aber auch zu Comebacks alter Weltmeister kommen, wie 2010 Michael Schumacher, oder eben für 2012 Kimi Räikkönen.

Mancher fragt sich nun vielleicht scherzhaft: Was machen eigentlich die anderen Ex-Weltmeister? Erleben wir vielleicht noch ein Weltmeister-Comeback? Da gab es doch zum Beispiel Jacques Villeneuve, der F1-Weltmeister von 1997, der für 2011 als Fahrer mit einem eigenen Team sein Comeback geben wollte. Es scheiterte, weil der Automobilweltverband FIA eine aus Sicht vieler unverständliche Entscheidung getroffen hat und keine neuen Teams für 2011 und 2012 zugelassen hat. Damit war den Rückkehr-Ambitionen des Kanadiers ein Riegel vorgeschoben. Inzwischen fährt der Indy-500-Sieger von 1995 in der Nascar-Meisterschaft. Beim Brasilien GP war Villeneuve zu Besuch vor Ort, um „Kontakte zu pflegen.“ Das klingt geheimnisvoll, doch viel steckt nicht dahinter. Mit einem F1-Comeback liebäugelt er inzwischen nicht mehr.

Comeback von Häkkinen?
Dafür gibt ein anderer Ex-Weltmeister gerade wieder ein Renncomeback: Mika Häkkinen. Der Finne folgte Villeneuve als Weltmeister von 1998 und 1999. Ende 2001 trat der 43-Jährige nach einer völlig frustrierenden Saison zurück, offiziell verabschiedete er sich in eine Babypause. Bald deutete sich an: Häkkinen legt mehr als nur eine Pause ein. Dann kam 2004 der Anruf von Frank Williams. Er brauchte einen Ersatz für den beim USA GP verletzten Ralf Schumacher. Das war für Häkkinen freilich zu kurzfristig, trotzdem zeigte er nun wieder Interesse an ein F1-Comeback. Verhandlungen mit BAR für 2005 scheiterten, 2007 wollte ihn Gerhard Berger zu Toro Rosso holen, Häkkinen testete aber nur einen Tag für sein altes McLaren-Team. Von 2005 bis 2007 fuhr Häkkinen in der DTM wieder Rennen und gewann auch drei Rennen. Ende 2007 kam erneut der Rücktritt. Im Herbst 2011 das zweite Comeback: Häkkinen fuhr einen Mercedes GT3 beim Le-Mans-Rennen in China. Und kürzlich testete er den neuen DTM-Mercedes, das nährt Gerüchte über ein Comeback. Für den Motorsport wäre das eine prima Sache. Ein F1-Comeback ist allerdings nahezu ausgeschlossen.

Alle anderen Weltmeister sind für ein F1-Comeback viel zu alt. Damon Hill, F1-Weltmeister von 1996, schließt nicht nur ein F1-Comeback, sondern auch ein Renncomeback aus. Stattdessen kümmert er sich um die Karriere seines Sohnes Joshua Hill. Auch Alain Prost, der 1993 den letzten seiner vier WM-Titel errang, greift seinem Sprössling Nicolas Prost, der 2011 immer wieder F1-Demorunden für Renault drehte, unter die Arme. Der Franzose fährt aber auch selbst noch ein paar Rennen. Das sind meist unbedeutende Rennen, der 56-Jährige schloss sogar ein Start beim 24-Stundenrennen von Le Mans aus. Anders als Nigel Mansell, der 1992 Weltmeister wurde und der 2010 in Le Mans nicht weit kam, weil er schon frühzeitig verunfallte.

Nelson Piquet gab beim Brasilien GP 2011 sein Comeback: 20 Jahre nach seinem F1-Rückzug saß der dreimalige F1-Weltmeister zu Demofahrten wieder in einem F1-Rennwagen, in einem seiner WM-Brabhams. Niki Lauda, in der Anzahl seiner Titel Piquet ebenbürtig, begleitet seit jeher die Formel-1. Erst als Ferrari-Berater, dann als Jaguar-Teamchef, inzwischen als Experte bei den F1-Übertragungen von RTL. Keke Rosberg führt sein eigenes DTM-Team, ist aber auch immer wieder im F1-Fahrerlager anzutreffen – unter anderem wegen seines Sohnes Nico, der neben Michael Schumacher bei Mercedes fährt. Alan Jones taucht seit 2010 in der Formel-1 immer wieder als Rennkommissar auf und hat auch so noch nicht mit dem Motorsport abgeschlossen: Der 65-Jährige setzte bis vor zwei Jahren das australische Team in der A1GP-Serie ein.

Auch die Alten sind weiter dabei
Ganz anders Jody Scheckter: Der F1-Weltmeister von 1979 wandte dem Motorsport nach einer desaströsen Saison 1980 den Rücken zu und kehrte nicht mehr zurück. Nach dem tödlichen IndyCar-Unfall von Dan Wheldon wollte Scheckter seinen Sohn Thomas, der ebenfalls in den Unfall verstrickt war, zum Rücktritt bewegen – allerdings erfolglos. In der IndyCar ist Mario Andretti, 1978 mit einem Lotus Ford F1-Champion, nach wie vor ein Stammgast. Sein Enkel Marco fährt, sein Sohn Michael ist Teambesitzer. 2010 wurde Andretti mit der Rolle des Teamchefs beim heutigen Caterham-F1-Team in Verbindung gebracht.

Der zweimalige Weltmeister Emerson Fittipaldi ist ebenfalls immer wieder bei Rennveranstaltungen zugegen, in der Formel-1 beispielsweise als Rennkommissar. Wie Jones führte auch Fittipaldi ein eigenes Team in der A1GP-Serie, inzwischen in einer brasilianischen Tourenwagenserie, wieder zusammen mit seinem Bruder Wilson, mit dem der 65-Jährige bereits einen eigenen F1-Rennstall leitete. Jackie Stewart arbeitet als Botschafter für das Lotus-F1-Team.

Die Rennlegende John Surtees, der bisher einzige Fahrer, der auf zwei und vier Rädern Weltmeister wurde, ist ebenfalls bei der ein oder anderen Motorsportveranstaltung zu sehen. 2009 verlor er seinen Sohn Henry bei einem F2-Unfall. Bleibt noch Jack Brabham. Der 85-Jährige ist in Australien bei nicht mehr allzu guter Gesundheit.


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