|
Dienstag, 10. Januar 2012 um 15:28 |
|
HRT will spanischer werden. Ein GP-Projekt von Hispano-Suiza scheiterte vor 100 Jahren. Â
F1: HRT - 100 Jahre nach Hispano-Suiza
von Michael Zeitler
HRT will spanischer werden. Ein GP-Projekt von Hispano-Suiza scheiterte vor 100 Jahren.
| Madrid (!NS!DE-RAC!NG) - Das kommt einem spanisch vor. Das HRT-Team will mit dem neuen Teambesitzer, die Investmentgesellschaft Thesan Capital, sowie mit dem neuen Teamchef, dem ehemaligen F1-Fahrer Luis Perez-Sala, spanischer werden. Bisher war nur die Rennlizenz von HRT spanisch, ansonsten wurde das Team von Deutschland aus geleitet, nachdem sich die Ex-DTM-Mannschaft von Colin Kolles um die F1-Einsätze von HRT kümmerte. Auch ein spanischer Fahrer war bisher Fehlanzeige. Das alles soll sich nun 2012 ändern. Mit dem GP-Routinier Pedro de La Rosa hat HRT zumindest schon einen spanischen Fahrer unter den eigenen Reihen. Die Basis des Teams wird nach Spanien verlegt. Die Autos werden aber nach wie vor in Deutschland gebaut, in der Nähe von München. Die technische Verantwortung haben Jacky Eeckelaert und Stephen Schosse.
Es ist genau 100 Jahre her, da sollte es bereits einen spanischen GP-Rennwagen geben. Was heute die GP2 ist, davor die internationale Formel-3000 und davor die F2-Europameisterschaft, war zum Beginn der Rennerei die so genannte Voiturette-Klasse. 1910 und 1911 kämpften vor allem zwei Hersteller gegeneinander: Peugeot aus Frankreich und Hispano-Suiza, ein spanisch-schweizer Automobilhersteller. Beide entschlossen sich dazu, 1912 den Sprung zu den großen GP-Wagen zu wagen, wieder in direkter Konkurrenz zueinander. Bald sprach sich herum, dass der Hispano-Suiza ein richtig starker Bolide werden sollte und Peugeot warb frecherweise den schweizer Designer Ernest Henry, sowie den Fahrer Paul Zuccarelli ab. Beide kamen selbstverständlich auch mit einem gewissen Wissen von Hispano-Suiza, wobei fraglich war, wie weit dieses Wissen ging. Hispano-Suiza jedenfalls reichte eine Spionageklage gegen Peugeot ein – und bekam Recht. Den Ruhm erntete trotzdem Peugeot, die einen revolutionären Motor bauten und damit die GP-Rennen von 1912 bis 1914 dominierten und auch in Amerika, etwa beim Indy-500, großen Erfolg feierten. Konkret ging es darum, dass die Zylinder in V-Anordnung und erstmals auch mit vier Ventilen pro Zylinder und zwei oben liegenden Nockenwellen kombiniert waren.
In wiefern das die Grundideen bei Hispano-Suiza waren, wurde damals heftig debattiert. Hispano-Suiza blieb den GP-Rennen fern. 1954 für den Spanien GP sollte von der Zweigfirma Pegaso ein GP-Rennwagen gebaut werden. Eingesetzt wurde er jedoch nie. Bis heute fehlt ein spanisch gebauter GP-Bolide in der Weltmeisterschaft – und auch der HRT wird ja bekanntlich in Deutschland gebaut und konstruiert.
|