Nach Jules Bianchi hat Ferrari drei Italiener ins F1-Nachwuchsprogramm aufgenommen: Mirko Bortolotti, Daniel Zampieri und Raffele Marciello.
| Maranello (!NS!DE-RAC!NG) - Nachdem sich Felipe Massa im Qualifying zum Ungarn GP verletzte und für den Rest der Saison ausfiel, stand Ferrari vor einem Problem: Ersatzfahrer Luca Badoer war eingerostet und auch Giancarlo Fisichella konnte die Kastanien nicht aus dem Feuer holen und sammelte null WM-Punkte. Die Italiener fielen mit ihrer eigenen Strategie auf die Nase, denn Badoer ist bereits seit 1998 Testfahrer bei Ferrari und bringt auch brauchbare Feedbacks. 1999 aber bestritt Badoer seinen bis 2009 letzten Grand Prix – damit war sein Scheitern vorprogrammiert.
Jahrelang hat die Scuderia Ferrari um die Nachwuchsförderung einen Bogen gemacht. Die Erfahrungen aus der Saison 2009 haben Ferrari zum Umdenken bewegt. Bereits seit Monaten ist Jules Bianchi im Kader. Der Franzose testete im Dezember auch mehrere Tage für Ferrari. 2010 wird der Franzose für ART in der GP2 fahren. Er hofft, in die Fußstapfen von Williams-Cosworth-Pilot Nicolas Hülkenberg zu treten. Der Deutsche wurde 2009 für ART GP2-Meister.
Der Kader ist mittlerweile noch größer geworden. Ein Neuzugang ist der Italiener Mirko Bortolotti. Er testete nach dem Gewinn der italienischen F3-Meisterschaft 2008 bereits für Ferrari und hinterließ dabei einen hervorragenden Eindruck. Weil Bortolotti aber gleichzeitig auch im Red-Bull-Nachwuchskader war, verlief sich zunächst eine weitere Zusammenarbeit mit Ferrari. Für die Saison 2010 hat Red Bull seinen Kader jedoch verjüngt und Bortolotti fiel durch den Rost, weil dieser nicht eine zweite Saison in der Formel-2 fahren wollte. Stattdessen fährt er für Addax in der neuen GP3-Meisterschaft und hat damit beste Chancen, in die GP2 aufzusteigen: Das Addax-Team ist nämlich auch in der GP2 vertreten. Durch das Aus bei Red Bull, strickte Bortolotti das Netzwerk zu Ferrari wieder enger und wurde nun in den Kader aufgenommen.
Ein weiterer Neuzugang ist Daniel Zampieri. Der Italiener ist aktueller Titelträger der italienischen Formel-3. Aktuell fährt Zampieri für das Rapax-Team von Ex-F1-Weltmeister Nelson Piquet in der asiatischen GP2-Meisterschaft, sammelte dort aber noch keinen WM-Zähler. Deshalb bekam er für die Hauptserie auch keinen Sitz. Stattdessen fährt Zampieri, der im Dezember durch seinen F3-Titel einen F1-Test für Ferrari absolvierte, in der Formel-World-Series-by-Renault für das Pons-Team.
Der vierte im Bunde ist Raffaele Marciello, dem nur Kart-Beobachter ein Begriff sein dürfte: Der Italiener mischte bislang lediglich die internationale Kartserien auf und steigt mit 15 Jahre 2010 in den Formel-Sport auf: Für JD fährt er in der Formel-Abarth. Ein Förderprogramm für solch junge Fahrer macht durchaus Sinn: Lewis Hamilton wird seit über zehn Jahren von McLaren gefördert und war bei seinem F1-Debüt 2007 auf Anhieb ein Topfahrer.
Am Ende der Saison wird ein fünfter Fahrer in das Ferrari-Nachwuchsprogramm aufgenommen: Der Meister der brasilianischen Formel-Future-Fiat-Serie. Die Einsteiger-Formel-Serie ist für die Saison 2010 neu aus dem Boden gestampft und steht unter der Schirmherrschaft von Ferrari-Pilot Felipe Massa. MZ