F1: Exklusiv - Chandhok enthüllt Details zum F1-Debüt
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Samstag, 06. März 2010 um 12:30

F1: Exklusiv - Chandhok enthüllt Details zum F1-Debüt

von Michael Zeitler

F1-Debütant Karun Chandhok erklärt !NS!DE RAC!NG Details zu seinem F1-Debüt: Wie lange sein Vertrag läuft, wie der Vertrag zustande kam, wie es mit einem Wechsel zu Force India aussieht und mehr.  

| Parma (!NS!DE-RAC!NG) - Das letzte von insgesamt 24 F1-Cockpits für die Saison 2010 wurde etwas mehr als eine Woche vor dem Saisonauftakt in Bahrain an den Inder Karun Chandhok vergeben, der damit 2010 in einem HRT Cosworth sein F1-Debüt geben wird. Obschon die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen, fand er Zeit, exklusive Fragen per E-Mail zu beantworten. Dabei spricht er über Details zu seinem F1-Debüt.

Punkt 1, der interessant ist: Karun Chandhok kam auch durch Mithilfe von F1-Zampano Bernie Ecclestone in die Formel-1. Zwar sprach er bereits im Sommer am Rande des Europa GP in Valencia mit Hispania-Gründer Adrian Campos, aber konkret wurden die Gespräche erst, als Colin Kolles vor wenigen Wochen neuer Teamchef wurde – aber eben auch mit dem Zutun von Ecclestone. Chandhok schreibt: „Ich habe mit Adrian Campos seit Valencia (Europa GP) letzten Jahres gesprochen, aber die Verhandlungen liefen aus verschiedenen Gründen nur sehr schleppend. Wir haben begonnen, auch andere Optionen zu prüfen, aber als Colin uns angerufen hat und gesagt hat, er übernimmt den Einsatz des Teams, haben auch durch den Ratschlag von Bernie Ecclestone sehr schnell einen Deal ausgehandelt.“ Ecclestone hat großes Interesse an einen indischen Fahrer, denn 2011 soll es erstmals einen Indien GP geben und trotz des indischen Teams (Force India) laufen die Vorbereitungen nur sehr schleppend. Die Vorbereitungen trifft übrigens der Vater von Karun Chandhok, Vicky Chandhok. Indien boomt und Indien ist eine aufstrebende Wirtschaftsmacht, die für die Formel-1 freilich von großer Bedeutung werden wird. Kolles unterstützt den indischen Einfluss: Der in Rumänien geborene Teamchef brachte bereits 2005 bei Jordan mit Narain Karthikeyan den ersten Inder in die Formel-1.

Punkt 2: Chandhok sprach auch mit anderen Teams. „Als Fahrer musst du auf alle Optionen Schaun und wir sprachen mit allen neuen Teams und ein paar der existierenden“, so Chandhok weiter. Bei den neuen Teams wurden die Gespräche lediglich mit Stefan konkreter, die auch mit Karthikeyan verhandelten. Aber der serbische Rennstall bekommt für 2010 keinen Startplatz. Auch bei den neuen Teams stand Chandhok nie hoch im Kurs, deshalb unterzeichnete er bereits einen Vertrag für das GP2-Team Coloni. Selbst bei Force India war kein Platz für Chandhok, obschon das Team indisch angehaucht ist und mit Vijay Mallya ein guter Freund seines Vaters Chef ist. Chandhok dazu: „Force India hat mir klar gemacht, dass sie bestehende Verträge mit ihren Rennfahrern haben und dass sie diese auch einhalten werden und deshalb gab es keine Möglichkeit für mich, für sie zu fahren.“ An den Posten des Testfahrers hat Chandhok kein Interesse, denn durch die neuen Regeln absolvieren die Testfahrer kaum noch vernünftige Tests.

Auch für die Saison 2011 gibt es derzeit keine Gespräche mit Mallya. Trotzdem dürfte erwartet werden, dass Force India ihn ins Boot holt, wenn er bei Hispania gute Leistungen zeigt. Mallya will beim Indien GP einen Inder am Steuer haben. Die Force-India-Stammfahrer Adrian Sutil und Vitantonio Liuzzi stehen also unter Druck, denn mit Testfahrer Paul di Resta lauert ein weiterer Konkurrent um deren Cockpits. Chandhok wäre für 2011 frei – das ist dann auch der dritte Punkt –, denn der Vertrag mit Hispania läuft nur bis Ende 2010.

Und noch mal zurück zu Force India und damit zu Punkt 4: In regelmäßigen Abständen tauchen Gerüchte auf, Chandhoks Vater würde sich ins Force-India-Team einkaufen. In der E-Mail schreibt Chandhok, dass sein Vater tatsächlich aber nie Interesse an einem eigenen F1-Rennstall hatte. „Unsere Familie ist nicht wohlhabend genug, das zu machen“, erklärte er zu diesem Thema. Ein gewisser Wohlstand muss bei Chandhok aber vorhanden sein: Angeblich muss er für das HRT-Cosworth-Cockpit sechs Millionen Euro aufbringen!

Nachgehackt bei Karun Chandhok
MZ:
Du wirst 2010 dein F1-Debüt geben. Wie kam das zustande?
KC: Ich habe mit Adrian Campos seit Valencia (Europa GP) letzten Jahres gesprochen, aber die Verhandlungen liefen aus verschiedenen Gründen nur sehr schleppend. Wir haben begonnen, auch andere Optionen zu prüfen, aber als Colin uns angerufen hat und gesagt hat, er übernimmt den Einsatz des Teams, haben auch durch den Ratschlag von Bernie Ecclestone sehr schnell einen Deal ausgehandelt.
MZ: Kannst du mir sagen, mit welchen anderen F1-Teams du vorher gesprochen hast?
KC: Als Fahrer musst du auf alle Optionen Schaun und wir sprachen mit allen neuen Teams und ein paar der existierenden.
MZ: Wieso hast du im Dezember nicht für Force India getestet? Bist du sehr enttäuscht, dass Vijay Mallya dir bis heute keine Chance gegeben hat?
KC: Force India hat mir klar gemacht, dass sie bestehende Verträge mit ihren Rennfahrern haben und dass sie diese auch einhalten werden und deshalb gab es keine Möglichkeit für mich, für sie zu fahren. Die Testfahrer absolvieren heute wegen der neuen Regeln nur noch sehr wenige Testkilometer und deshalb haben wir uns entschieden, Optionen mit anderen Teams auszuloten und so gut wie möglich uns für ein Stammcockpit umzuschauen.
MZ: Wie lange läuft dein Kontrakt mit Hispania?
KC: Im Moment ein Jahr.
MZ: Ist es möglich, dass du nächste Saison zu Force India wechselst? Gibt es noch Gespräche mit Mallya, dass du für ihn fahren kannst, wenn du 2010 Leistungen zeigst?
KC: Derzeit gibt es keine Gespräche darüber.
MZ: Hat dein Vater jemals darüber nachgedacht, ein F1-Team zu gründen, wie es auch sein Freund, Herr Mallya, gemacht hat?
KC: Unsere Familie ist nicht wohlhabend genug, das zu machen.