F1: Sauber - Wird Fernandez Teamchef?
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Donnerstag, 02. September 2010 um 20:20

F1: Sauber - Wird Fernandez Teamchef?

von Michael Zeitler

Sauber soll in Zukunft mexikanisch werden. Adrian Fernandez als Teamchef.

| Hinwill (!NS!DE-RAC!NG) - An den letzten Mexikaner werden sich die meisten kaum mehr erinnern: Beim USA GP 1981 in Las Vegas fuhr Hector Rebaque sein letztes F1-WM-Rennen, er stellte den Brabham Ford aber vorzeitig nach einem Dreher ab. Nach Rebaque gab es keinen Mexikaner mehr in der Formel-1: Josele Garza kam der Formel-1 am nächsten, testete bereits und war 1988 gleich bei drei F1-Teams im Gespräch, aber sowohl die Verhandlungen mit Minardi, als auch die mit Brabham und Coloni versandeten. Adrian Fernandez erging es 1997 nicht besser, als er bei Tyrrell im Gespräch war. Und Mario Dominguez schaffte bei Jordan 2005 genau eine Testrunde.

Nun wird mit Hochdruck daran gearbeitet, das Trauerspiel zu beenden. Sergio Perez soll 2011 in die Formel-1 gehievt werden. Er selbst leistet seinen sportlichen Beitrag dazu und liegt in der GP2, der F1-Nachwuchsklasse Nummer eins, auf Rang zwei in der Gesamtwertung – wenn auch im Topteam Addax. Die finanzielle Seite soll durch den Telekommunikationsriesen Telmex erledigt werden – immerhin im Besitz des reichsten Mannes der Erde, Carlos Slim. Und dass der Motorsport-Fan ist, hat er in der Vergangenheit schon oft bewiesen. Perez ist Teil eines Förderprogramms von Telmex, um dessen Leitung sich mit Jo Ramirez ein F1-Urgestein kümmert. Ramirez war jahrelang Teammanager bei McLaren.

Auf Sergio Perez hat auch Adrian Fernandez ein Auge, ein Mexikaner, der vor wenigen Jahren in der IndyCar, dem amerikanischen Pendant der Formel-1, auf Topniveau unterwegs war. Nun wird spekuliert, dass Fernandez ebenfalls mit Sauber verhandeln soll, allerdings nicht als Fahrer, sondern für den Posten des Teamchefs. Peter Sauber hat jüngst erklärt, dass er die Rolle des Teamchefs nicht lange erfüllen will, womöglich lernt er Fernandez 2011 an und übergibt seinen Rennstall 2012 in die Obhut des Mexikaners. Fernandez ist mit der Tolle bereits vertraut: 2001 gründete er einen eigenen Rennstall, der erst in der IndyCar recht erfolgreich unterwegs war und danach in die American-Le-Mans-Series ging. Die Rennaktivitäten wurden kürzlich aber etwas heruntergefahren. Gut möglich, dass sich Fernandez nun einer neuen Aufgabe widmen wird, die eines F1-Teamchefs.

Fernandez wäre der Durchbruch mit Sauber zu gönnen, ist doch erstens das Team sympathisch und zweitens Fernandez in seiner Laufbahn nicht immer mit Glück gesegnet gewesen. Als er 1996 in Toronto sein erstes IndyCar-Rennen gewann, wurde die Freude durch den tödlichen Unfall von Jeff Krosnoff im Keim erstickt. 1997 scheiterte ein Wechsel in die Formel-1 zu Tyrrell. Und 2000 unterlag er im Kampf um den IndyCar-Titel um zehn Punkte dem Brasilianer Gil de Ferran. MZ