F1: Offiziell - Kein neues Team!
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Mittwoch, 08. September 2010 um 16:15

F1: Offiziell - Kein neues Team!

von Michael Zeitler

2011 und 2012 wird es kein 13. Team geben. Die Kritik an der FIA ist groß.  

| Paris (!NS!DE-RAC!NG) - Der Automobilweltverband FIA gab heute Mittwoch, 8. September 2010, bekannt, dass es 2011 keinen neuen Rennstall geben wird. In der Urteilsbegründung heißt es, dass keiner der Bewerber den Anforderungen der FIA entsprechen würde. Unter den Bewerbern waren zuletzt nur noch Villeneuve/Durango, Epsilon Euskadi und Stefan GP.

Kritik an die FIA: Die Entscheidung der FIA ist nicht unumstritten. Zumindest das Projekt um das ehemalige GP2-Team Durango und Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve hatte Hand und Fuß. Villeneuve bekräftigte heute Vormittag noch einmal, dass er sämtliche Anforderungen und Garantien bei der FIA hinterlegen konnte. Anders als die Mitbewerber Epsilon Euskadi und Stefan. Beide haben zwar Verträge mit Investoren vorlegen können, aber alle wären nur dann gültig geworden, wenn der 13. Startplatz fix gewesen wäre. Bis dahin floss kein Geld, also konnten sie bei der FIA als Sicherheit auch keines deponieren. Ein weiterer Kritikpunkt am Auswahlverfahren: Die FIA zögerte die Entscheidung zu lange hinaus, die Zeit bis zum Saisonauftakt 2011 wäre deshalb für den kompletten Aufbau der Teams zu knapp gewesen.

Verschwörungstheoretiker behaupten: Villeneuve/Durango haben nur deshalb den Zuschlag nicht bekommen, weil die FIA den Platz für ART frei halten will. Das Team ist im Besitz von Nicolas Todt, dem Sohn des FIA-Präsidenten. Auch ART war ursprünglich unter den 15 Bewerbern für einen Startplatz 2011, zog die Bewerbung aber zurück – vorerst. Inzwischen ist aber mit Rafael Sportelli ein neuer Investor bei ART eingestiegen, das F1-Projekt soll in Kürze wieder aus der Schublade geholt werden. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Die FIA versucht den Verschwörungstheorien entgegen zu wirken, in dem man in der Pressemitteilung verlauten ließ, dass auch die Saison 2012 mit nur 12 F1-Teams ausgetragen wird.

Die Zukunft der Bewerber: Wie geht es nun bei Durango, Jacques Villeneuve, Epsilon Euskadi und Stefan GP weiter? Auf Anfrage erklärte das Stefan-Team exklusiv, dass das Interesse an der Formel-1 bestehen bliebe. Man führte aber auch ein Problem aus: Die Geldgeber könne man nicht ewig hinhalten. Langweilig wird es den Mitgliedern von Stefan nicht: Zwar ist keine Beteilung in einer anderen Rennserie vorgesehen, aber den angepeilten Technologiepark in Serbien wird man weiterbauen. Das Team existiert also weiterhin. Epsilon Euskadi wird wohl weiter in der Formel-World-Series-by-Renault starten und nebenher das Le-Mans-Projekt wieder antreiben. Eine Kooperation mit dem HRT-Team steht weiterhin im Raum. Epsilon Euskadi würde dann als F1-Zulieferer fungieren, eigene Ideen würde man dabei kaum mit einbringen.

Unklar ist, wie es bei Villeneuve und Durango weitergeht. Die Wege werden sich wohl wieder trennen. Durango startet derzeit in der Auto-GP-Serie. Dort wird man weiterhin an Bord bleiben. Für Jacques Villeneuve, 1997 F1-Weltmeister, ist ein F1-Comeback nun endgültig in weite Ferne gerückt. Der Kanadier wird sich nun in der Nascar umschauen. Leider…