Aufgeben? Auf keinen Fall! Jacques Villeneuve und Durango wollen nun ein F1-Team übernehmen. Â
| Paris (!NS!DE-RAC!NG) - Keine Frage, zu beneiden ist Jacques Villeneuve in diesen Tagen nicht. Seit zwei Jahren versucht der Kanadier wieder Fuß in der Formel-1 zu fassen. Obschon Villeneuve 1997 F1-Weltmeister wurde, hält sich das Interesse der bestehenden Teams aber in Grenzen. Für 2010 hatte er trotzdem einen Vertrag so gut wie sicher in der Tasche: Bei Stefan GP sollte er die Toyota-Boliden steuern, die für 2010 gebaut wurden, aber wegen des Toyota-Rückzugs ohne Einsatzgebiet sind. Ehemalige Toyota-Techniker sind überzeugt: Die Autos wären gut für die Top-10 gewesen, Stefan wäre auf jeden Fall das beste neue Team gewesen. Doch der Automobilweltverband FIA gab dem Team keine Startlizenz, sondern schrieb ein Auswahlverfahren für 2011 aus. Das Resultat ist seit gestern bekannt: Es wird vorerst kein neues Team geben, weder Stefan, noch Epsilon Euskadi, noch ein Projekt um Jacques Villeneuve.
Denn das versuchte der 39-Jährige für 2011: Gemeinsam mit Durango, einem ehemaligen GP2-Rennstall, wollte er einen eigenen Rennstall auf die Beine stellen. Tatsächlich schien das Projekt seriös: Sämtliche Bezahlungen und Sicherheiten, die von der FIA angefordert wurden, konnten von Villeneuve und Durango hinterlegt werden – trotzdem hat die FIA Zweifel an der Finanzierungssicherheit. Die hohen finanziellen Anforderungen in der Formel-1 sind meistens der Knackpunkt für neue Projekte.
Aber Jacques Villeneuve wäre nicht Jacques Villeneuve, wenn er nicht einen Plan B hätte. Und der sieht vor: Es muss ein bestehendes Team gekauft werden. Das stellt Villeneuve und Durango aber vor neuen Problemen: Erstens: Welches Team soll gekauft werden? Derzeit steht kein Team wirklich zum Verkauf und das Angebot von Villeneuve wird die Teambesitzer auch kaum vom Sockel hauen. Denn – und damit wäre auch das zweite Problem angesprochen, für eine Teamübernahme muss das Gespann noch mehr Geld ausgeben, als für einen Neuaufbau eines Rennstalls auf der Basis des Durango-Teams.
Hinter den Kulissen baut Durango offenbar schon einen eigenen GP-Rennwagen. Und laut Villeneuve soll am Bau auch festgehalten werden. Durango gibt sich auf Anfrage noch deutlich zurückhaltender, bestätigt aber auch, dass man weiterhin am Ziel Formel-1 festhalten will. Der Durango-Pressechef Giuseppe Dorigo erklärte per Mail exklusiv: „Wir werden in Kürze ein Treffen abhalten, bei dem wir beraten werden, wie wir unsere F1-Bemühungen aufrecht halten können.“ Auf gut Deutsch: Man wird beraten, wie eine Teamübernahme zu stemmen ist und mit welchen Teams überhaupt verhandelt werden kann. Die Zusammenarbeit mit Villeneuve werde selbstverständlich fortgesetzt. Zum Abschluss erklärt Dorigo: „Wir sind zu 100% auf die Formel-1 fokussiert.“ MZ