F1: Force India - Bianchi Freitagstestfahrer
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Samstag, 28. Januar 2012 um 00:42

F1: Force India - Bianchi Freitagstestfahrer

von Michael Zeitler

Jules Bianchi wird 2012 an einigen GP-Freitagen in Action zu sehen sein: In einem Force India Mercedes. Davide Rigon verlängert bei Ferrari.

| Silverstone (!NS!DE-RAC!NG) - Die Spatzen pfiffen es von den Dächern, nun ist es offiziell: Jules Bianchi wird 2012 Testfahrer bei Force India und als solcher im Februar mindestens einmal den neuen Force India Mercedes steuern und darüber hinaus an mindestens neun Rennwochenenden jeweils das erste Freie Training absolvieren. Der Franzose bekleidet damit eine Rolle, die statistisch eine Beförderung garantiert: Bisher hat Force India die meisten seiner Testfahrer ein Jahr später befördert, angefangen bei Adrian Sutil, über Vitantonio Liuzzi und Paul di Resta bis hin zu Nicolas Hülkenberg. Trotz der Rolle bei Force India bleibt Bianchi im Ferrari-Nachwuchskader. Damit darf er nicht nur auf eine Beförderung bei Force India hoffen, sondern auch auf ein Ferrari-Cockpit. 2012 dürfte nämlich die letzte Saison für Felipe Massa bei Ferrari sein. Andererseits scharren auch andere Fahrer mit den Hufen: Adrian Sutil oder Robert Kubica zum Beispiel.

Ferrari hat heute indes den Vertrag mit Davide Rigon bis Ende 2013 verlängert. Der Italiener wird damit in den nächsten zwei Jahren Testfahrer bleiben. 2011 war seine erste Saison bei der Scuderia Ferrari, gleichzeitig sollte er eine GP2-Saison für Coloni absolvieren, doch schon am zweiten Rennwochenende verletzte er sich schwer und musste daher die Saison vorzeitig beenden. Wie es mit Rigon 2012 weitergeht, steht in den Sternen. Bisher hat er nirgends ein Cockpit. Ob Rigon einspringt, falls einer der Stammfahrer ausfällt, ließ Ferrari offen. Man müsse nicht notwendigerweise einen Ersatzfahrer nominieren. Mit anderen Worten: Ferrari geht davon aus, dass Fernando Alonso und Felipe Massa gesund bleiben. Andernfalls gäbe es eine Spontanlösung. Starke Fahrer ohne Cockpit gibt es genug, etwa Sutil.

Auch könnte Bianchi jederzeit wieder zu Ferrari zurückgeholt werden. Der 22-Jährige hat Glück im Unglück: Nach einem eher mäßig guten Jahr in der GP2 stand er fast im Abseits. Bianchi, dessen Großonkel Lucien bereits F1-Pilot war und den Monaco GP 1968 auf einem Cooper BRM und Rang drei beendete (in jenem Jahr gewann er auch das 24-Stundenrennen von Le Mans), hat in Nicolas Todt einen einflussreichen Manager, immerhin ist dessen Vater der Präsident des Automobilweltverbandes FIA und damit Organisator der bedeutendsten Rennserien. Doch das Geld und die verfügbaren F1-Cockpit für 2012 waren rar. Nun ist die Dritte Rolle bei Force India ein Auffangbecken. Daneben schielt er möglicherweise auf das zweite Tech-1-Cockpit neben Kevin Korjus in der Formel-World-Series-by-Renault.

Force India wird sich die Gastauftritte von Bianchi etwas kosten lassen. Nach wie vor halten sich hartnäckig Gerüchte, wonach es um das britisch-indische Team alles andere als gut steht, finanziell. Zumindest sportlich waren die letzten Jahre durchaus erfolgreich. MZ