F1: Force India - Der Neue mit dem guten Ruf
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Freitag, 03. Februar 2012 um 17:52

F1: Force India - Der Neue mit dem guten Ruf

von Michael Zeitler

Der neue Force India ist eine Weiterentwicklung des Vorjahresmodells - erntet aber schon jetzt Lob von den Experten.

Nico Hülkenberg und Paul di Resta enthüllen ihr neues Arbeitsgerät. Foto: Force India| Silverstone (!NS!DE-RAC!NG) - Darauf kann Force India schon einmal stolz sein: Der indische Rennstall von Vijay Mallya präsentierte am selben Tag wie Ferrari den Neuwagen für die Saison 2012 – und der neue Force India Mercedes VJM05 bekam von Experten wie Gary Anderson mehr Lob als der neue Ferrari F2012! Tatsächlich wirkt der neue orange-weiß-grüne Rennwagen aufgeräumter und durchdachter, ist aber auch eine Evolution des Vorgängermodells. Man kann auch sagen: Das Vorgängermodell wurde lediglich verfeinert. Oder auch verunstaltet, denn auch Force India setzt wie Caterham und Ferrari auf die neue Schnabeltiernase.

Ansonsten gaben die Techniker von Force India nicht viel über den Neuwagen preis. Das Technikteam um Andy Green passte den Rennwagen vor allem auf die neuen Regeln an, also etwa dem Verbot des angeblasenen Diffusors, oder eben der Vertiefung der Nase. Besonders vom Verbot Ersterem verspricht sich Force India einiges: Anders als die Topteams wie Red Bull waren Force India beim Budget die Hände gebunden und haben den Diffusorbereich nicht so gut austüfteln können. Schon alleine deshalb will man einen Schritt vorwärts machen. Die zahlreichen Technikabgänge (James Key zu Sauber, Mark Smith und viele weitere zu Caterham) soll Force India gut aufgefangen haben. Trotzdem stößt man immer mehr an die Grenzen: Viele Teile werden von externen Zulieferern gefertigt. Bis diese jedoch die Aufträge ausgeführt haben vergeht viel Zeit. Auch ein F1-Team kommt eben auf die Warteliste – und das harmoniert nicht mit dem Motorsport, das eben auch abseits der Strecke ein schnelllebiges Geschäft ist. Erst mit dem Zücken zusätzlicher Dollar-Scheine beschleunigt sich der Vorgang, aber am liebsten würde Force India mehr im Werk in Silverstone fertigen. Dazu fehlen aber die nötigen Ressourcen. Zur Erinnerung: Das Team fußt auf dem ehemaligen Jordan-Team, das 1991 mit zwei Dutzend Mitarbeitern in die Formel-1 eingestiegen ist. Heute beschäftigt ein Rennstall in der Königsklasse des Motorsports mehrere hundert Mitarbeiter.

Auch bei Force India setzt man auf die für 2012 charakteristische Schnabeltiernase. Foto: Force IndiaDass Force India derzeit an die Grenzen der Ressourcen stößt zeigt aber auch, wie weit es die Mannschaft geschafft hat: Am Ende der Saison kämpfte man phasenweise mit Mercedes um den Platz als Vierte Kraft, am Ende wurde man Sechster in der Konstrukteurswertung, aber nur weil Renault die Saison mit zwei Podestplätzen von Vitaly Petrov und Nick Heidfeld so stark begonnen hatte. 2012 lautet das Ziel von Force India deshalb Rang fünf bei den Konstrukteuren. Vijay Mallya: „In Indien erwarten die Leute, dass wir Mercedes schlagen.“ Force India selbst ist realistischer – realistischer, als in der Vergangenheit. Mallya hatte noch vor wenigen Jahren angekündigt, beim ersten Indien GP auf dem Podest stehen zu wollen.

Beim Thema Ressourcen hört Force India gerne weg. Die Fluglinie Kingfisher, bisher Sponsor von Force India, die im Besitz von Vijay Mallya ist, steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Das könnte auch finanzielle Auswirkungen auf das Force-India-Team haben. Subrata Roy ist mit seiner Sahara-Gruppe als Teilhaber eingestiegen und soll in den nächsten drei Jahren 100 Millionen Euro ins Team pumpen. Die Hoffnungen bestehen darin, dass Roy sich auch bei Kingfisher beteiligt und Mallya somit noch mehr unter die Arme greift.

Im Anschluss an die Präsentation des neuen Rennwagens drehte Paul di Resta in Silverstone die ersten Testrunden. MZ


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