Kehren Sam Schmidt, Paul Tracy und Thomas Scheckter den IndyCars den Rücken zu?
| Las Vegas (!NS!DE-RAC!NG) - Nach dem Tod von Ayrton Senna stand die Formel-1 unter Schock. Plötzlich wird dieser Sport so sinnlos, das Leben so viel wichtiger und bedeutender. Damon Hill, Gerhard Berger, Michael Schumacher – all diese Fahrer setzten sich 1994 intensiv mit dem Thema Rücktritt auseinander. Geblieben sind alle, weil sie den Sport lieben, die Leidenschaft siegt und die Gefahr durchaus im Bewusstsein ist. Die IndyCar erlebt derzeit ähnliches. Es könnte eine Rücktrittswelle drohen, oder aber, es bleiben doch alle an Bord.
Sam Schmidt zum Beispiel erwägt einen Rückzug aus der IndyCar-Serie. Der US-Amerikaner sitzt selber nach einem schweren IndyCar-Unfall vor der Saison 2000 querschnittsgelähmt im Rollstuhl. Seither ist er der amerikanische Frank Williams. Sein Rennstall kam zuletzt immer besser in Fahrt. Alex Tagliani startete beim Indy-500 von der Pole Position, Josef Newgarden wurde für Sam Schmidt Meister im IndyCar-Unterbau Indy-Lights. In Las Vegas wich Tagliani Dan Wheldon, der damit im Team von Sam Schmidt auf die Jagd nach dem fünf Millionen-Dollar-Preisgeld ging. Die Parallelen, so Sam Schmidt auf einer Pressekonferenz, seien so stark. Wheldon und er seien etwa im gleichen Alter bei ihren Unfällen gewesen, die eigenen Kinder ebenso. Es ist Sarkasmus, dass Schmidt seinen einzigen IndyCar-Sieg 1999 in Las Vegas feierte!
Ebenfalls an Rücktritt denkt der in die Jahre gekommene Paul Tracy, Meister 2003. Seit die ChampCar und die IRL sich wieder zur IndyCar vereint haben, hat der Kanadier kein Stammcockpit mehr. 2012 wollte er eine volle Saison bestreiten – zum Abschied. Nun könnte er noch früher den Helm an den Nagel hängen. Gleiches gilt auch für den bereits 49-jährigen Davey Hamilton, der 2001 ebenfalls einen schweren Unfall mit schweren Verletzungen überlebte und zuletzt nur noch sporadische Einsätze fuhr. Die Kritik an Fahrer wie ihm nimmt zu, einer der Gründe sei ein schwaches Fahrerfeld mit alten Fahrer und Fahrer, die nicht für so hohe Geschwindigkeiten qualifiziert wären. Die Kritik ist übertrieben, den Unfall hat das mit Sicherheit nicht ausgewirkt.
Jody Scheckter, der F1-Weltmeister von 1979, bittet seinen Sohn Thomas ebenfalls zum Rücktritt. Der Südafrikaner fuhr zuletzt keine volle Saison mehr, plante aber ein Vollzeitengagement 2012. Ob er den Rat oder die Bitte seines Vaters annimmt, wird sich zeigen. Viele IndyCar-Stars, die in Kürze beim V8-Supercar-Rennen in Gold Coast angetreten wollten, haben ihre Teilnahme bereits abgesagt. Das sind Tony Kanaan und Will Power.