SF: Exklusiv - Davide Rigon
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Donnerstag, 22. Juli 2010 um 11:05

SF: Exklusiv - Davide Rigon

von Michael Zeitler

Formel-Superleague-Pilot Davide Rigon im Interview mit !NS!DE-RAC!NG.

| Zolder (!NS!DE-RAC!NG) - Mit circa 750 PS ist der Zytek-Motor im Panoz-Boliden der Formel-Superleague so kraftvoll wie ein F1-Motor. Die weiteren Eigenschaften des Treibwerks und vor allem die Aerodynamik macht die Rennwagen trotzdem um etwa 13 Sekunden langsamer als F1-Boliden – gemessen an Monza 2009, als beide Serien bei gleichen Bedingungen angetreten sind. Die zweite GP-Liga, die GP2-Klasse, fährt noch etwas flotter als die Formel-Superleague. Trotzdem: Die Serie ist für Rennfahrer von den Boliden her attraktiv, auch für viele ausrangierte F1-Piloten. Das einzige Problem: Nicht der Fahrer wird zum Champion gekürt, sondern ein Fußballclub, in dessen Farben der Fahrer fährt.

So hat es kaum jemand vernommen, dass am vergangenen Rennwochenende in Zolder Davide Rigon seinen sechsten Sieg in der Formel-Superleague errang. Der Italiener verdrängte Yelmer Buurman von der Spitze, der dafür aber die Führung in der Gesamtwertung der aktuellen Saison übernommen hat! Rigon fährt für den RSC Anderlecht, eingesetzt von Azerti Motorsport; Buurman repräsentiert den AC Milan, eingesetzt von Atech Grand Prix.

Die meisten Siege in der Formel-Superleague
1. Davide Rigon (ITA) 6
2. Yelmer Buurman (NED) 5
3. Chris van der Drift (NZL) 4
4. Craig Dolby (GBR) 3
4. Adrian Valles (ESP) 3
6. Sébastien Bourdais (FRA) 2
6. Robert Doornbos (NED) 2
6. Tristan Gommendy (FRA) 2
6. Esteban Guerrieri (ARG) 2
6. Alvaro Parente (POR) 2

Nach dem Sturm auf die Spitze der ewigen Bestenliste, gab es ein Interview mit Davide Rigon. Der 23-Jährige antwortete auch auf die Frage, ob der jüngste Erfolg überhaupt einen Schub in der Karriere bedeutet. Rigon erläutert: „Ich bin überzeugt, dass Gewinnen immer sehr wichtig ist für die Karriere eines Fahrers, aber für den Moment gibt es nicht wirklich viele Vorteile. Sicherlich habe ich mehr Fans und es ist weniger schwierig Sponsoren zu finden.“ Rigon ist trotzdem froh, in der Formel-Superleague zu fahren und nicht wie 2009 für ein GP2-Hinterbänklerteam (damals Trident), denn: „Ich denke, die Formel-Superleague ist eine fantastische Kategorie und nach der Formel-1 die professionellste in Europa“, so Rigon. Und weiter: „Das mit den Fußball-Teams ist nicht das Problem.“

Das Ziel aber freilich ist die Formel-1. Mit 18 Jahren fuhr er 2005 Testfahrten im Minardi Cosworth, seither wartet er auf eine Chance in der Formel-1. Beziehungen zu F1-Teams gibt es aber: Seit zwei Jahren fährt er für ein berühmtes F1-Team Simulator-Tests – die eigentliche Aufgabe der Testfahrer in der Ära Testbeschränkungen. „Aber zum jetzigen Zeitpunkt kann ich nicht sagen, um welches Team es sich dabei handelt.“ Viele Möglichkeiten gibt es nicht, denn F1-Simulatoren kommen immer mehr in Mode, aber nicht alle F1-Rennställe verfügen über einen guten Simulator. Möglich ist, dass Rigon im Simulator von Force India (eigentlich McLaren) oder von Williams sitzt. Dann würde auch die Bezeichnung „berühmtes F1-Team“ zutreffen. Auf einen Stammfahrerposten hat Rigon eher keine Chancen, zumindest nicht für 2011. Aber der Meister der Formel-Superleague bekommt einen F1-Test (für welches Team ist nicht bekannt) und als Gesamt-3. ist Rigon neben Buurman und Craig Dolby weiterhin im Rennen um den Titel.

Das Interview mit Davide Rigon
MZ: Mit sechs Siegen bist der erfolgreichste Rennfahrer in der Formel-Superleague (Yelmer Buurman hat fünf). Aber wie viel hilft das deine Karriere wirklich?
DR: Ich bin überzeugt, dass Gewinnen immer sehr wichtig ist für die Karriere eines Fahrers, aber für den Moment gibt es nicht wirklich viele Vorteile. Sicherlich habe ich mehr Fans und es ist weniger schwierig Sponsoren zu finden.
MZ: Willst du in der Formel-Superleague bleiben oder wirst du versuchen in eine andere Rennserie zu gehen? GP2, Formel-World-Series-by-Renault (WSbR) oder irgendwie sowas?
DR: Ich denke, die Formel-Superleague ist eine fantastische Kategorie und nach der Formel-1 die professionellste in Europa.
MZ: Was ist mit der Formel-1? Ist das in Zukunft möglich? Gibt es irgendwelche Kontakte mit F1-Teams?
DR: Natürlich ist die Formel-1 mein Traum und ich habe noch immer Chancen dorthin zu kommen, denn ich bin erst 23 Jahre. Wir haben Kontakte mit einem berühmten F1-Team, aber zum jetzigen Zeitpunkt kann ich nicht sagen, um welches Team es sich dabei handelt.
MZ: Warst du jemals nah an einem F1-Cockpit dran?
DR: Ja, ich habe 2005 mit Minardi getestet und die letzten zwei Jahre bin ich im Simulator für ein F1-Team gefahren.
MZ: Kannst du mir sagen, für welches Team du die Simulator-Tests gemacht hast?
DR: Tut mir Leid, aber das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.
MZ: Solltest du keine Chance in der Formel-1 bekommen, wirst du dann in der Formel-Superleague bleiben? Ist es nicht ein Problem für einen Fahrer in einer Serie zu fahren, in der nicht der Fahrer der Meister ist, sondern ein Fußballclub?
DR: Ja, sollte ich keine Chance haben, werde ich in der Formel-Superleague bleiben. Das mit den Fußball-Teams ist nicht das Problem, der Druck in der Mannschaft mit dem Fahrer ist sehr groß.
MZ: Was sind deine Pläne für die nächsten drei Jahre?
DR: Unglücklicherweise bin ich nicht reich und deshalb kann ich keine Pläne machen, aber wie ich schon sagte, das größte Ziel ist die Formel-1.