Matté Jzerman spricht über die Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart von Yelmer Buurman, dem Spitzenreiter der Formel-Superleague. Â
| Brands Hatch (!NS!DE-RAC!NG) - Nachgehackt bei Matthé Jzerman
MZ: Yelmer führt jetzt die Formel-Superleague-Meisterschaft an. Hilft das seiner Karriere? Denn eigentlich gewinnt ein Fußballclub die Meisterschaft, nicht der Fahrer.
MJ: Wir glauben, dass wenn wir den Formel-Superleague-Titel gewinnen, uns das Türen für andere Rennklassen öffnen könnte. Allerdings, weder Davide Rigon, noch Adrian Valles waren erfolgreich darin, einen ordentlichen Schritt nach oben in der Motorsport-Leiter zu machen, seit sie den Titel gewonnen haben. Aber ein Formel-Superleague-Auto zu beherrschen und den Titel zu gewinnen, zeigt alles über dein Können.
MZ: Yelmer fährt seit drei Jahren in der Formel-Superleague. Gibt es Pläne, in der Serie zu bleiben?
MJ: Vorausgesetzt es gibt interessante Angebote für die Saison 2011 in der Formel-Superleague, ja, dann könnte da seine Option sein.
MZ: Was ist mit der Formel-1? Gibt oder gab es irgendwelche Kontakte mit F1-Teams? Kannst du mir etwas über das Thema sagen?
MJ: Wie jeder andere Fahrer, hat Yelmer nach wie vor den Traum ein F1-Fahrer zu sein. Er war sehr nah dran, als er für Arden gefahren ist, aber Toro Rosso hat dann Buemi genommen. Der Schweizer hatte großes Red-Bull-Sponsorship und war ein Mitglied der Red-Bull-Trainingsschule.
MZ: Bevor die Saison gestartet ist, gab es Gespräche darüber, dass der Meister der Formel-Superleague einen F1-Test bekommt. Kannst du mir Details verraten?
MJ: Gerüchte haben das so gesagt und wir rechnen auf einer gewissen Art und Weise damit. Aber das beruht alles darauf, wie viel Geld die Formel-Superleague-Organisation bisher gebraucht hat und/oder gewillt ist, für einen F1-Test zu zahlen. Es ist wie heutzutage im Motorsport: Das Budget schreibt die Geschichte, der Rest sind alles Hoffnungen.
MZ: Was ist mit der GP2? Seine GP2-Karriere war nicht sehr erfolgreich, aber ist ein Comeback möglich? Denn es ist die beste Serie, um in die Formel-1 zu kommen?
MJ: Wir stimmen nicht damit überein, dass seine GP2-Laufbahn nicht erfolgreich war. Vergiss nicht, dass Yelmer das Regenrennen in Magny Cours mit deutlichem Vorsprung angeführt hat, am Ende nur von seinem Teamkollegen Buemi geschlagen wurde. Die Hintergründe dafür waren, dass Buemi ein Setup für Trockenheit hatte und Yelmer ein Setup für schlechtes Wetter und die Strecke trocknete ab. Das Team hat sich richtigerweise für zwei verschiedene Strategien entschieden, die sich am Ende besser für den Schweizer herausgestellt hat. Wäre es andersrum gewesen, hätte Yelmer gewonnen. Zweitens: Yelmer hat mehr als nur ein Podium in der GP2-Asia eingefahren und das ist in seinem Debüt-Jahr.
MZ: Was sind die Pläne für die nächsten drei Jahre?
MJ: Wie du dir vielleicht denken kannst, wird die Formel-1 eine harte Nuss zu knacken. Aber sag niemals nie und die Ambitionen sind da. Die Realität sagt uns aber, dass uns mehr Jahre in der Formel-Superleague mit leistungsstarken, schweren Rennautos helfen werden, auf der Leiter weiter aufzusteigen. Wir denken an die DTM und oder die Le-Mans-Sportwagenserie. Aber das ist der Weg in die Zukunft. Er ist erst 23 Jahre!
MZ: War sein Vater oder jemand aus seiner Familie auch im Motorsport involviert?
MJ: Sein Vater Herman war ein erfolgreicher Sportwagen-Fahrer, ist 600+HP Marcos-Autos in verschiedenen Sportwagenmeisterschaften gefahren, unter anderem bei den 24-Stunden von Daytona, den 12-Stunden von Sebring und so weiter. Übrigens: Yelmer hat im Marcos LM 600 debütiert, als er 16 war. Er fuhr in der Nacht beim 24-Stundenrennen von Spa, hat dabei Co Eusers Schnellste Rundenzeit im gleichen Auto unter den gleichen Bedingungen geschlagen.