WSbR: Das Interview mit Emilio de Villota jr.
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Samstag, 24. Dezember 2011 um 23:11

WSbR: Das Interview mit Emilio de Villota jr.

von Michael Zeitler

Emilio de Villota spricht über seine zwei Aufgabem, in seinem eigenen Team, aber auch bei Pons. Über die Formel-1, über seinen Vater, über seine Schwester, über die Zukunft.

| Barcelona (!NS!DE-RAC!NG) - Das einstige Motorrad-Ass Sito Pons ist längst unter die Riege der Teambesitzer gegangen. Sein Rennstall ist aber nicht nur in der Motorrad-WM aktiv, sondern auch in der Formel-World-Series-by-Renault, jener Formel-Nachwuchsserie, aus der zum Beispiel Sebastian Vettel, Robert Kubica – oder zuletzt Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne in die Formel-1 aufgestiegen sind. Pons stellt das Team um: Mit dem Schweizer Zoёl Amberg und dem Brasilianer Yann Cunha hat man einen Zweijahresvertrag abgeschlossen: Die beiden haben nun zwei Jahre Zeit, mit Pons den WSbR-Titel zu gewinnen. Beide durchlaufen auch ein Entwicklungsprogramm, das von Emilio de Villota Junior geleitet wird. Er ist der Sohn des ehemaligen F1-Fahrers Emilio de Villota, sowie der Bruder von María de Villota, die derzeit in die Formel-1 aufsteigen will. De Villota Junior leitet auch ein Nachwuchsprogramm und ist neuer Teammanager beim Pons-Team. Parallel dazu hat er noch immer seinen eigenen Rennstall in der spanischen Formel-3 (European F3 Open). Zwei von insgesamt vier Fahrern sind bereits fix: Die kolumbianische Rennlady Tatiana Calderon (2011 mit Doppelprogramm in der spanischen Formel-3 und der Star-Mazda-Series), sowie die Venezuelanerin Valeria Carballo (2011 in der italienischen Formel-Renault) Wie das beides unter einem Hut zu kriegen ist und weitere Details verrät er im exklusiven !NS!DE-RAC!NG-Interview:

MZ: Sie sind Teammanager bei Pons in der WSbR und Sie sind Teamchef ihres eigenen Teams in der spanischen Formel-3. Können Sie mir sagen, was Sie bei welchem Team genau machen und wir Sie ihr Arbeit aufteilen? Wie viel Zeit beansprucht Pons, wie viel Ihr eigenes Team?
EDV: Das ist nicht so kompliziert, wie es klingt. Es geht einfach darum, die Zeit in den sieben Tagen der Woche gut einzuteilen. In der spanischen Formel-3 (European F3 Open) mache ich dasselbe, wie in den vergangenen sieben Jahren auch – ich bin also Teammanager und Technischer Direktor. Ich habe ein Interesse am mechanischen Ingenieurswesen, was dann perfekt zu unserem Ingenieurs-Team passt. Es ist von großem Interesse für mich und in jedem Jahr entwickle ich mich massiv weiter. Wie du weißt, waren wir in den vergangenen paar Jahren in der Formel-Superleague und der F3000 Euroseries (heute Auto GP) involviert, parallel zu unserem F3-Team und unserem Nachwuchsentwicklungsprogramm. Tatsächlich haben wir 2009 mit Will Bratt die F3000-Euroseries gewonnen – das zeigt, dass wir überall auf dem höchsten Niveau operieren. Weil wir nicht mehr länger in der F3000-Euroserie oder in der Formel-Superleague sind, passt das World-Series-Programm mit Pons perfekt zu unserem Team und unseren zukünftigen Zielen. Meine Rolle bei Pons ist mehr dem Management-Bereich des Teams gewidmet und es ist ein Projekt für mindestens zwei Jahre. Im Prinzip organisiere ich das Team und die Fahrer, um unsere kurzfristigen Ziele zu erreichen. Wir sind das erste Team, das die Fahrerpaarung für 2012 bekannt gegeben hat und das ist schon eine große Errungenschaft. Beide Fahrer haben einen Zweijahresvertrag mit einem Entwicklungsprogramm, das für zwei Jahre ausgelegt ist; mit Sicherheit stehen wir vor einem starken Zweijahresprogramm. Das Ziel für diese Saison ist um die Spitzenplatzierungen im Rookie-Cup zu kämpfen und unsere beiden Fahrer darauf vorbereiten, 2013 für die Spitzenplatzierungen zu kämpfen.

MZ: Wieso werden Pons und Ihr Team nicht zusammengelegt? Ist das etwas, was in Zukunft interessant sein könnte?
EDV: Ich bin diese Frage schon davor gefragt worden, aber die Antwort ist klar: Beide Teams brauchen das gar nicht. Beides sind unabhängige Teams mit profilierten Identitäten.

MZ: Ist Ihr Vater auch im Team involviert?
EDV: Im Pons-Programm ist er nicht involviert, aber im Junior-Team und im F3-Programm arbeitet er auf einer Von-Tag-zu-Tag-Basis. Definitiv ist er aber meine größte Unterstützung und eine Referenz bei allen Entscheidungen, die ich für meine ganzen Programme fälle.

MZ: Ihr Team nimmt an der spanischen Formel-3 teil. Gibt es irgendwelche anderen Serien, an denen Ihr interessiert seid?
EDV: Im Moment nicht. Wir sind mit unserem WSbR-Programm und unseren Titelambitionen in der European-F3-Open mit vier Fahrzeugen in der Meisterschaft voll ausgelastet. Unser anderes Interesse gilt unserer Fahrschule und unserem Juniorenprogramm. Die Fahrschule gibt es jetzt schon seit 1980, Fahrer wie Carlos Sainz, Pedro de La Rosa, die Gené-Brüder, Antonio Albacete, Antonio Garcia und sogar Fernando Alonso haben darin ihre ersten Rennfahrerschritte gemacht. Zuletzt wurden Daniel Juncadella, Carlos Sainz jr. neben anderen internationalen Talenten in unserer Rennfahrerschule weiterentwickelt.

MZ: Ihre Schwester María de Villota will in die Formel-1. Ist es möglich, dass Sie auch in die Formel-1 gehen, mit ihrem eigenen Team?
EDV: Das wäre sehr schön, aber es gibt bereits ein spanisches F1-Team und sie werden einen großartigen Job machen. Marías Rennkarriere hat ihre eigene Identität und glücklicherweise ist sie sehr nah dran, ihren F1-Traum zu verwirklichen.

MZ: Wie schwierig ist es in Spanien wegen der Wirtschaftskrise Geld zu finden?
EDV: Derzeit ist e seine unmögliche Mission, aber mit viel Phantasie gibt es noch einen Raum und wir arbeiten sehr hart daran, das zu schaffen. Aber unser Team ist international, deswegen ist es also nicht von der aktuellen spanischen Situation abhängig.


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