Auto GP: Giovanni Lavaggi: "Wieso nicht?"
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Sonntag, 15. Januar 2012 um 23:18

Auto GP: Giovanni Lavaggi: "Wieso nicht?"

von Michael Zeitler

Giovanni Lavaggi schließt einen Einstieg in die Auto-GP mit seinem eigenen Team nicht aus, will aber lieber bei den Sportwagen weitermachen.

| Sizilien (!NS!DE RAC!NG) - Mit dem Team des ehemaligen F1-Fahrers Piercarlo Ghinzani versucht eine italienische Mannschaft 2012 in die Auto-GP einzusteigen. Doch das Team Ghinzani ist nicht das einzige Team, das von einem ehemaligen F1-Fahrer im Besitz ist. Da gibt es zum Beispiel auch die Scuderia Lavaggi. Giovanni Lavaggi fuhr 1995 für Pacific und 1996 für Minardi in der Formel-1 und galt damals als Bezahlfahrer. Das stimmt auch, aber sein Ruf ist schlechter, als es Lavaggi verdient hätte. Stattdessen hatte Lavaggi ein großes technisches Wissen. Gegenüber !NS!DE-RAC!NG erinnert er sich: „Ich hab 1997 nicht das nötige Budget von meinen Sponsoren bekommen, um als Fahrer in der Formel-1 weiterzumachen. Ich war in jenem Jahr auch Ingenieur und hatte deswegen Kontakte zum Technikteam eines guten Teams wegen der Möglichkeit, ihr Testfahrer zu werden, aber letzten Endes haben wir keine Vereinbarung erzielen können.“

Dafür stampfte Lavaggi die Scuderia Lavaggi aus dem Boden. „Ich denke, ich habe etwas wirklich Spezielles gemacht, in dem ich mein Auto selbst designed, gebaut und gefahren bin“, ist Lavaggi stolz darüber, einen eigenen LMP1-Sportwagen konstruiert zu haben, den Lavaggi Ford LS1. Und weiter: „Es ist schade, dass – nach einem guten Start 2006, die Wirtschaftskrise von 2007 alle meine Bemühungen zerstört hat. Deswegen will ich noch nicht aufgeben und ich probiere noch immer, die finanziellen Ressourcen (Sponsoren oder Partner) zu finden, um mein Projekt wieder zu starten.“

In der Auto-GP fahren neben jungen Nachwuchsfahrer auch ältere Fahrer wie Giuseppe Cipriani, der Anfang der 90er Jahre schon Besitzer eines F3000-Teams war, für das unter anderem Rubens Barrichello gefahren ist. Wie wäre es also mit einem Engagement der Scuderia Lavaggi in der Auto-GP, vielleicht sogar mit Giovanni Lavaggi als Fahrer? „Wieso nicht? Nachdem wir in der Le-Mans-Serie waren, deren Autos sehr hoch technolisiert sind, glaube ich, dass wir das Wissen und das Equipment haben, um in jeder Meisterschaft außer der Formel-1 teilnehmen könnten“, schließt Lavaggi einen Wechsel in die Auto-GP nicht aus. Aber er schränkt ein: „Die Auto-GP ist eine schöne Meisterschaft, das stimmt. In den letzten Jahren, als ich mein eigenes Auto designed und gebaut habe, habe ich mich auf Sportwagen-Prototypen konzentriert. Letztes Jahr hat uns ein Loch im Budget dazu veranlasst, das Projekt zu stoppen. Falls ich das Budget für die Auto-GP hätte, könnte ich vielleicht mit meinem Projekt weitermachen – und das wäre für mich offensichtlich interessanter.“ 

Die Formel-1 schließt Lavaggi aus, was im !NS!DE-RAC!NG-Interview von März 2009 noch anders. Angesprochen auf ein mögliches F1-Team namens Scuderia Lavaggi sagte er damals: „Das wäre wirklich ein Traum! Ich muss sagen: Bereits als Fahrer in der Formel-1 zu sein war ein Traum, besonders wenn man bedenkt, dass ich schon 26 Jahre alt war, als ich mit dem Rennfahren begonnen hab. Ein Auto zu fahren, das ich entwickelt und gebaut habe, war auch ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist. Deshalb wer weiß? Sag niemals nie!“ Im Januar 2012 konkretisiert er: „Ich sagte „Sag niemals nie“ weil theoretisch alles passieren kann, aber ich betrachte diese Eventualität natürlich überhaupt nicht als realistisch.“ Nicht ganz ernst gemeint die Antwort auf die Frage, was sich ändern müsste, damit er sein Team in die Formel-1 hievt: „Lass mich nachdenken. Vielleicht müsste ein russischer Kapitalist oder ein arabischer Scheich sich dazu entscheiden, die Scuderia Lavaggi zu unterstützen oder Anteile zu kaufen, um mit einer Menge Geld wieder einen Fahrer-Konstrukteur in der Formel-1 zu sehen?“ MZ