Motorsport Business: Ferrari bekennt Farbe - Das langsame Ende einer Epoche
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Donnerstag, 21. Januar 2010 um 16:40

Motorsport Business: Ferrari bekennt Farbe - Das langsame Ende einer Epoche

von Roland Schäfges

Twitter und Ferrari Media veröffentlichen Bilder vom neuen Ferrari Outfit. Wir nehmen das zum Anlass, um ein wenig das Ende des Marlboro-Sponsorings zu thematisieren.

Alonso im 2009er Ferrari mit neuem Design| Maranello (!NS!DE-RAC!NG) - Heute sind im Internet erste Fotos vom neuen Ferrari Design sowie vom neuen Teamdress aufgetaucht. So verschwindet erstmalig seit 18 Jahren (letztmalig 1992 mit „Goodyear“) der Marlboro Schriftzug bzw. der legendäre Strichcode des Zigarettenherstellers vom Heckflügel des Ferraris. Dessen Nachfolge nimmt, !R berichtete bereits, die spanische Großbank Santanda ein. Die Bank, welche sich seit einigen Jahren stark, mit Eventsponsorings, in der Formel 1 bewegt, unterstützt nicht nur Ferrari, sondern auch Mclaren und Pedro de la Rosa.

Wichtig ist dabei zu wissen, dass die Bank nicht Marlboros Platz als Hauptsponsor einnimmt. Der Ferrari Vertrag, gültig seit 1997, sieht vor, dass Marlboro, ähnlich wie BMW bei Williams am beginn des letzten Jahrzehnts, die kompletten Werbeflächen bezahlt. Die anderen auf dem Fahrzeug vertretenen Sponsoren, kooperieren somit vor allem mit Philipp Morris, welche die vermarktungsrechte übernommen haben.

Somit leuchten die Ferraris seit 1997 auch nicht mehr im klassischen Ferrari Rot sondern im Rot des Amerikanischen Multis. Aus diesem Grund lautet der Teamname auch „Scuderia Ferrari Marlboro“ und nicht wie z.b. von 1997 bis 2005 bei Mclaren-Mercedes als West zwar Titelsponsor war, jedoch nicht direkter Teamname.

Alonso und Massa in ihren neuen Anzügen | Bild: FerrariAuch die Rennanzüge der Fahrer verändern sich. So steht nun der Schriftzug der Bank wie ein Fußballtrikotsponsor auf der Brust. Auch hier ist Marlboro gewichen. Genauso wie am Kragenverschluss.

Es ist ein langsamer Rückzug des größten Sponsors der Formel 1 Geschichte. Noch bis Mitte der 90er Jahre, war es üblich das Fahrer und Teams nach Zigarettenhersteller sortiert werden konnten. So gab z.b. die Camel bzw. Mild Seven Teams und die Marlboro Teams. J.B. Reynolds und Philipp Moris teilten sich die Formel 1 auf. Fahrer wie Teams wurden nach Zigarettenhersteller sortiert. Dies war gar so extrem, das Marlboromann Michelle Alboreto einen Tyrrell-Vertrag 1989 aufkündigte, weil durch Jean Alesi ein Camelfahrer ins Team kommen sollte.  Auch Jockel Winkelhock wurde durch Camel Deutschland von AGS weggelotst, da die Ergebnisse nicht stimmten. Bernd Schneider wurde nach dem Zakspeed aus, in ein WEST gesponserten Mercedes-Benz DTM transferiert.

Nun folgt Santanda dieser Tradition. Titelsponsor von Ferrari und Co-Sponsor von Mclaren. Ebenso Privatsponsor von Bruno Senna und Pedro de la Rosa. Jedoch werden die Banken kommen und gehen und nicht so treu bleiben, wie es die Zigarettenhersteller bis zu Schluss waren.

Das Werbeverbot verhindert Rauchen nicht. Raucher entstehen in Cliquen und Familien. Die Politik kann dies nicht steuern. Jedoch die Werbung. Über Sinn und Unsinn kann man schreiten. Der Formel 1 und dem Motorsportweltweit hat es Millionen gekostet. Eine Ära geht zu Ende. Schade, irgendwie… RS