Nur unweit von der argentinischen Hauptstadt entfernt, entsteht mit dem Velociudad Speed City Circuit eine Rennstrecke, die die Formel 1 wieder zurück holen könnte.
| Buenos Aires Vegas (!NS!DE-RAC!NG) – Argentinien ist ein Land mit großer Formel 1 Tradition. Nicht nur der mehrfache Weltmeister Juan Manuel Fangio stammte aus dem Land, auch der Grand Prix Tross machte 21 mal Halt. Seit 1999 macht die Formel 1 aber einen großen Bogen um Buenos Aires, wo zuvor der Große Preis stattfand. Die Strecke hat inzwischen gar ihre Einstufung als Piste ersten Grades verloren, sodass gar keine Formel 1 Rennen mehr ausgetragen werden dürfen. Doch mit dem Bau einer neuen Strecke könnte Argentinien wieder in den Kalender gelangen.Â
Das aktuelle Projekt nennt sich Velociudad Speed City Circuit und ist eine Rennsportanlage der modernen Generation. Am Ende soll den Planungen nach, eine Stadt herauskommen, bei der der Rennsport eine maßgebliche Rolle einnimmt. Neben der Strecke soll es ein angrenzendes Hotel, einen Off-Road Park und ein Ausbildungszentrum geben. Es sollen Fahrer- und Mechanikerlehrgänge stattfanden, sodass unterm Strich die Sicherheit im alltäglichen Straßenverkehr verbessert wird. Zu guter letzt wird der Sicherheitsaspekt durch ein Fahrsicherheitszentrum abgerundet.
Bis zur endgültigen Fertigstellung wird es drei Bauphasen geben. Die erste soll bis zum Ende des nächsten Jahres abgeschlossen werden und einen kurzen Clubabschnitt renntauglich machen. Hier können Privatleute ihre PS starken Fahrzeuge ausführen. In zwei bis drei Jahren könnten schließlich auch die restlichen beiden Streckenteile fertig sein. Alle drei Streckenvarianten sind miteinander kombinierbar, aber auch unabhängig nutzbar.
Finanziert wird des Projekt nicht etwa von einheimischen Firmen, sondern von mehreren Gruppen, die zum Teil aus Europa stammen. Für Abschnitt eins öffnet ein kanadisches Unternehmen seine Brieftasche, die Abschnitte zwei und drei werden aus Deutschland, Großbritannien oder Katar finanziert.
Die Strecke selbst misst 4,8 Kilometer und wird gegen den Uhrzeigersinn gefahren. Insgesamt müssen in der längsten Konfiguration 17 Kurven durchfahren werden. Der Höhenunterschied ist mit 15 Metern bewusst gering ausgewählt worden. Wie auch in Abu Dhabi soll ein Hotel, das über die Strecke führt, zum Aushängeschild und Blickfang werden.
Nur rund 80 Kilometer nördlich von Buenos Aires liegt die Piste innerhalb von 30 Minuten im Einzugsgebiet der Hälfte der Landesbevölkerung, dies sind immerhin 20 Millionen Menschen. Zwar gibt es im Umfeld der Hauptstadt bereits einige Pisten, doch haben diese eher eine Bedeutung für nationale Meisterschaften, wie zum Beispiel die TC 2000. International hat derzeit nur die Strecke in San Luis, auf der die GT1 WM seit einigen Jahren unterwegs ist, eine Bedeutung.
Für die Planung ist das Büro Populous verantwortlich. Bereits durch die Veränderungen am Silverstone Circuit und dem Bau des Dubai International Circuit konnte man erste Erfahrungen im Bereich des Rennstreckenbaus sammeln. Im Vordergrund steht bislang jedoch der Bau großer Stadiens und Arenen. DG