Motorsport Business: Wirtschaftskrise oder doch nicht Wirtschaftskrise?
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Mittwoch, 17. Dezember 2008 um 12:03
Motorsport Business: Wirtschaftskrise oder doch nicht Wirtschaftskrise?
von Christoph Karner
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In den letzten Wochen hat der Motorsport viel einstecken müssen, denn die Schlagzeilen beherrschten Ausstiegsbekanntgaben oder Ausstiegsgerüchte diverser Teams. Wir nehmen den Honda-Ausstieg aus der Formel 1 sowie den Rückzug von Subaru und Suzuki aus der WRC etwas näher unter die Lupe.

 

| Wien (!NS!DE-RAC!NG) - Am 5. Dezember gab Honda bekannt, dass man das Formel 1 Team sofort zum Verkauf stellt, denn die Finanzkrise mache dem Konzern einen weiteren Verbleib in der Königsklasse unmöglich. Knapp zehn Tage später trifft es die Rallye-Weltmeisterschaft ähnlich, wenn nicht sogar härter: von vier Herstellern bleiben nur mehr zwei über, denn Suzuki sowie auch Subaru gaben ihren sofortigen Rückzug aus der WRC bekannt, mit derselben Begründung: durch die angespannte Wirtschaftslage habe man keine andere Wahl, als das Engagement zu beenden. Ist dies jedoch die ganze Wahrheit?

Es ist kein Geheimnis, dass Honda seit 2006, als man das British American Racing Team komplett übernahm, mehrere Millionen in das Projekt investierte. Von einem Jahresbudget von über 300 Millionen Euro war öfters die Rede. Man hat also in 3 Jahren grob geschätzt gut eine Milliarde in das Formel 1 Engagement investiert, womit man es zu einem Grand Prix Sieg (Ungarn 2006) und weiteren 3 Podestplätzen geschafft hat. Zwar blieb die Fahrerpaarung in diesen drei Jahren unverändert, jedoch holte man hochkarätiges technisches Personal an Bord, was dem Team auch einiges gekostet haben dürfte, unter anderem oder fast vor allem Ross Brawn, der schon zuvor Benetton und Ferrari mehrere Weltmeistertitel beschert hat.

In der WRC sieht es anders aus: Subaru galt in der Rallye-Weltmeisterschaft als echtes Traditionsteam, war man doch schon seit fast 20 Jahren Teil der WRC. Man holte seit 1990 in der Rallye-WM insgesamt drei Fahrertitel und drei Konstrukteurstitel. Seit dem letzten Titel von Petter Solberg 2003 konnte man aber keine größeren Erfolge mehr feiern. Seit der Rallye Wales 2005 schaffte man keinen einzigen Rallye-Sieg mehr.

Suzuki stieg erst in der vergangenen Saison als Werksteam ein, man bestritt 2007 bereits die Rallyes in Korsika und Wales. Das beste Ergebnis bis dato war ein 5. Platz, in der Teamwertung schaffte man es gerade einmal auf den 5. Platz, hinter Citroen, Ford, Subaru und Stobart. Ursprünglich hatte Suzuki für 2009 den Titel im Visier, das große Ziel, die etablierten Werksteams zu „ärgern“, gar zu schlagen, blieb jedoch in weiter Ferne.

Ohne Berücksichtigung der Wirtschaftslage ist es also durchaus nahe liegend, dass diesen Teams der Mangel an Erfolgen in den jeweiligen Serien durchaus zu schaffen macht. Ganz nebenbei stehen beide Serien vor drastischen Regeländerungen: in der Formel 1 wurde ein Sparplan für die kommenden Jahre bereits beschlossen, aber auch die WRC ist auf Sparkurs. 2009 wird es nur mehr 12 statt 15 Rallyes geben, und für 2010 soll nur mehr mit S2000-Modellen gefahren werden. Gerade Subaru müsste dafür ein neues Modell entwickeln. Dies dürfte aber für den Hersteller nicht mehr sinnvoll sein, ist man doch schon seit fünf Jahren auf einer ziemlichen Durststrecke ohne Aussicht auf Besserung, was dem Team wohl auch einige finanzielle Verluste „beschert“ hat. Die Finanzkrise bildet hier wohl das i-Tüpfelchen, denn die Schwierigkeiten in denen sich die Automobilindustrie befindet macht es den meisten Konzernen unmöglich, ihr Engagement im Motorsport (sofern sie in einer Serie vertreten sind) noch zu verstärken, was aber gerade bei drastischen Regeländerungen notwendig wäre. CK