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Motorsport Business: F1 „under re-construction“? von Christoph Karner
.Der Motorsport, insbesondere die Formel 1, blickt in eine ungewisse Zukunft: Hersteller sowie Sponsoren ziehen vorsichtig die Notbremse, oder spielen mit dem Gedanken, dies zu tun. !R wagt einen Blick in die Zukunft und diskutiert mögliche Änderungsvorschläge. | Wien (!NS!DE-RAC!NG) - Seien es nun Hersteller wie Honda die ihr Motorsportengagement vorzeitig beenden, oder große Sponsoren wie ING die bereits vorankündigen, dass sie ihre Verträge wahrscheinlich nicht verlängern werden, die Formel 1 kann sich darauf vorbereiten, dass ihr ein großer Wandel nicht erspart bleibt.
Das Aus für Honda bedeutet, dass beim Saisonauftakt in Melbourne wohl eines der kleinsten Starterfelder überhaupt zu sehen sein wird. In dieser unspektakulären Meldung ist allerdings schon für einigen Zündstoff gesorgt, hat doch Bernie Ecclestone angeblich den TV-Sendern zugesichert, ein Starterfeld mit mindestens 20 Autos zu haben. Die Existenz einer solchen Klausel wird von Ecclestone allerdings heftig dementiert, doch ganz so schnell dürfte die Sache nicht vom Tisch sein, hat sich doch Ecclestone offen für die Idee ausgesprochen, dass man für ein größeres Starterfeld auch drei statt zwei Autos pro Team einsetzen könnte. Nebenbei möchte er auch die Hersteller langfristig an die Formel 1 binden, und dafür jegliches Kostenlimit aufheben würde. Dass dies nicht gerade der Philosophie von FIA-Präsident Max Mosley entspricht, steht außer Frage.
Doch auch wenn Ecclestone es tatsächlich schafft, provisorisch eine Lösung für das schrumpfende Starterfeld zu finden, er kann sich nicht sicher sein, dass diese wirklich langfristig durchhalten würde. Glaubt man den Prognosen, so steht der eigentliche Einbruch der Wirtschaft noch vor der Tür. Zudem muss man hinzufügen, dass einige Sponsoren sowie Hersteller ihre Engagements deswegen beschränkt bzw. komplett aufgegeben haben, um einem größeren Minus vorzubeugen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Subaru-Ausstieg aus der WRC: als Hauptgrund wurde ein großer Rückgang bei den Verkaufszahlen angegeben, obwohl die Zahlen auf dem US-Markt bei weitem nicht so schlecht aussahen wie bei einigen Konkurrenzmarken, zum Beispiel Ford, dessen WRC-Team auch 2009 an den Start gehen wird.
Die Frage die sich nun stellt ist die folgende: Wie könnte die zukünftige Formel 1 wohl aussehen? Dieser Frage nun eine direkte Antwort zu liefern, ist natürlich unmöglich. Doch was man bereits prognostizieren kann ist, welche hauptsächlichen Lösungsvorschläge auf dem Tisch landen werden. Was die Anzahl der Starter angeht, wird neben dem Vorschlag, die Anzahl der Autos, die pro Team eingesetzt werden dürfen, zu erhöhen auch ein Neubeginn der Debatte um Kundenchassis zu erwarten sein. Betreffend der Kosten wird die Formel 1 an radikalen Änderungen wohl nicht vorbeikommen. Entweder man setzt zukünftig auf eine Ansammlung von Einheitsteilen, wie es sich wohl FIA-Präsident Mosley wünschen würde, oder man setzt auf Komponenten, deren Produktion billiger ist, doch den hohen Sicherheitsstandard der Formel dennoch erhalten würde. Dann wäre die Formel 1 auch für kleinere Teams, sprich Teams ohne Werksunterstützung und nicht hochentwickelten Fabriken, wieder interessanter. Auch für Sponsoren wäre ein Engagement wahrscheinlich wieder interessant, weil die Teams auch keine überdimensionierten Summen brauchen würden, um zu überleben. CK |