Reportage: 9527 km für Rubens
Geschrieben von: Aileen Balser   
Samstag, 30. Juli 2011 um 18:18
Karine de Castro ist 21 Jahre alt und reist von Rio de Janeiro nach Europa um die Formel 1 hautnah mitzuerleben. Des Weiteren ist es ihre erste Reise außerhalb Brasiliens. Ich habe Karine am letzten Wochenende am Nürburgring getroffen und mit ihr einiges erlebt. 

Reportage: 9527 km für Rubens

von Aileen Balser

Karine de Castro ist 21 Jahre alt und reist von Rio de Janeiro nach Europa um die Formel 1 hautnah mitzuerleben. Des Weiteren ist es ihre erste Reise außerhalb Brasiliens. Ich habe Karine am letzten Wochenende am Nürburgring getroffen und mit ihr einiges erlebt.

Redakteurin Balser trifft Karine am Ring| Nürburgring (!NS!DE-RAC!NG) - Am Samstagmittag traf ich sie, sie kommt strahlend aus der Menschenmenge hervor und begrüßt mich sehr herzlich. Mit dabei Chris aus Koblenz, er ist derjenige, der sie seit ein paar Tagen bei sich „hosten“ lässt. Bereits am Dienstag landete sie in Deutschland und am Mittwoch war sie das erste Mal hier an der Rennstrecke, sie liebt den Motorsport und favorisiert Rubens. Vor 2 Jahren traf sie Rubinho das erste Mal beim Grand Prix in Sao Paulo, sie gewann eine Competition und wurde anschließend vom Team Brawn GP eingeladen. Warum sie ausgerechnet ein Rubens Fan ist kann sie mir nicht sagen, ihre Worte dazu „Just I am“.

Das Qualifying am Samstag haben wir nur so halb mitbekommen vom Unternehmer Yokohama direkt an der Rennstrecke, von dort hatten wir einen guten Blick auf die Leinwand. Vorerst aber haben wir den Ring Boulevard erkundet. Interessante Attraktionen und jede Menge Merchandising Shops. Am Nachmittag ging es ins Eifeldorf, dort fand die Autogrammstunde mit allen Fahrern statt. Eine riesen Menschenmenge befand sich schon vor der Absperrung an der Bühne, um ein Autogramm ihrer Lieblingsfahrer zu ergattern. Dort trafen wir auch Gustavo, auch er reiste aus Brasilien an um seine Lands-Männer zu unterstützen.

Das negative an der Autogrammstunde: Die Fahrer bewegten sich an der Absperrung entlang, sodass es nur die Möglichkeit gab, die Fans aus den ersten 3-4 Reihen mit Autogrammkarten zu versorgen. So langsam verschlechterte sich das Wetter, was aber kein Grund war die Autogrammstunde zu verlassen, nein alle blieben hartnäckig an ihren Plätzen stehen. Sebastian und Mark waren einer der ersten die sich zu den Mengen wagten. Nach und nach kamen Heikki Kovalainen, Petrov, Sutil und auch Lewis Hamilton und Jenson Button. Im letzten Moment als Karine die Autogrammstunde verlassen wollte, kam Rubens nach vorne, Chris nutzte die Chance und nahm Karine auf seine Schultern. Mit voller Freude rief sie Rubens zu, er war ganz überrascht sie hier in Deutschland anzutreffen. Nicht nur er, sondern auch die Leute neben ihr staunten nicht schlecht nach dem Motto: „Wieso spricht er jetzt mit ihr!“ Nach dem kurzen Gespräch war sie einfach nur glücklich. Karine konnte ihm damit zeigen, dass sie für ihn sogar nach Europa reist um „Brasilien“ zu vertreten. Wie durch ein Wunder rief er an, ja er, Rubens Barrichello und diesmal konnte sie es nicht fassen seinen Namen auf ihrem Handydisplay zu lesen. Sie ging ran und telefonierte mit ihm als würden sie sich schon unendliche Jahre kennen. Sie verabredeten ein Treffen für Sonntag. Anschließend ging es am Abend mit dem Taxi Koblenz nach „Hause“.

Der Sonntag: Nur "57 km" zum Glück

Volle Unterstützung für Rubens Der Sonntag. Um 6:30 Uhr klingelt bei Karine und mir der Wecker, die halbe Nacht konnten wir nicht schlafen, doch jetzt mussten wir aus den Federn und uns frisch machen. Gegen 7:45 Uhr, nahmen wir einen der Shuttle Busse vom Koblenzer Hbf. Wie erwartet wurde das Wetter nicht besser, es regnete in Strömen. Der Bus war international gefüllt, Deutsche, viele Briten und auch aus dem asiatischen Raum. Auf dem Weg dorthin war es still, die meisten schliefen noch eine Runde, doch je näher wir dem Ring kamen, desto wacher wurde es. Auf einem nahegelegten Parkplatz ließ man uns raus. Rund um die Rennstrecke war es schon gut gefüllt mit Fans. Wir versuchten unser Glück am Eingang des Fahrerlagers und dann endlich, ein schwarzer Sportwagen näherte sich in Schrittgeschwindigkeit, umringt von Fans. Es war Felipe Massa, er nahm sich kurz die Zeit um Autogrammwünsche zu erfüllen. Auch Testfahrer versuchten es zu Fuß vom Hotel zur Rennstrecke. Etwas später trafen wir Nico Rosberg, nachdem er einen Auftritt in der Mercedes Benz Erlebniswelt hatte. Das Rennen verfolgten wir auf der Leinwand, am gleichen Ort wie gestern die Quali. Tickets hatten wir keine. Kurz vor Schluss des Rennens, liefen wir in Richtung Tribünenausgang, so faul wie wir waren, nahmen wir den Aufzug nach unten, der uns aber nicht nach unten brachte sondern auf die BMW Tribüne gegenüber der Boxengasse. Wir wurden überwältigt von dem Motorensound als der Lift seine Türen öffnete. Das Positive für uns: Keine Security in Sicht! Damit ließen wir uns natürlich nicht die letzten Minuten des Rennens entgehen. Trotz all dem, machten wir uns nach dem Rennen auf die Strecke um vielleicht noch Rubens zu treffen. Karine schrieb ihm eine Message, doch er befand sich gerade in einem Meeting. Wir warteten so lange, bis wir von der Streckenwacht in Richtung Ausgang gependelt wurden. Aus dem Treffen wurde nichts, was aber nicht schlimm war. Wir nahmen einen der letzten Shuttle Busse zurück nach Koblenz, von dort aus verabschiedeten wir uns voneinander, denn ich musste den nächsten Zug nach Oberhausen nehmen.

Meine Reise endet hier, Ihre noch lange nicht!

Karine hat ihren Plan weiter nach Portugal zu reisen verschoben und ist derzeit am Hungaroring, am Donnerstag traf sie Rubens erneut aber diesmal ohne Trouble Drumherum. Ihre Reise nach Deutschland in ihren Worten zu fassen waren „amazing“, im nächsten Jahr möchte sie wiederkommen und auch mich möchte sie wiedersehen, sie lud mich nach Rio de Janeiro ein und so was lasse ich mir nicht zweimal sagen! AB

oche 10|Statt in Australien findet der Saisonauftakt nächste Woche in Bahrain statt - nicht zur Freude der Beteiligten und Fans. !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler erklärt, was der Vorteil ist.  



Kommentar: F1: Saisonauftakt in Bahrain - Der Vorteil


von Michael Zeitlert;/strong>






Statt in Australien findet der Saisonauftakt nächste Woche in Bahrain statt - nicht zur Freude der Beteiligten und Fans. !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler erklärt, was der Vorteil ist.


| Manama (!NS!DE-RAC!NG) - Durch den neuerlichen kräftigen Wintereinbruch fehlt das Feeling, aber in einer Woche ist zumindest für die Formel-1 der Winter beendet: Dann heißt es von der Schnee- in die Sandwüste, denn in Bahrain steigt bei 30 Grad und mehr der Saisonauftakt zur F1-Weltmeisterschaft 2010. Über den Winter gab es viele Themen, deshalb wurde es nicht langweilig, trotzdem freut sich nun jeder in der F1-Szene, dass sich die Räder endlich auch wieder gegeneinander drehen, nicht nur zu Testzwecken. Alle wollen wissen, wer jetzt wirklich wo steht, denn durch die größeren Tanks sind die Testzeiten noch unintepretierbarer, als sie es schon in den Wintern zuvor waren. Jeder will wissen: Ist Ferrari wirklich nicht zu schlagen? Wie schlägt sich Michael Schumacher? Wer ist das beste neue Team? Und so weiter und so fort.


Anders als in den letzten Jahren gewohnt, findet der Auftakt aber nicht mehr im australischen Melbourne statt, sondern in Bahrain. Der Standortwechsel hat Kritiken hervorgerufen. Bahrain biete einfach nicht das richtige Flair für den Saisonauftakt. Ganz anders Melbourne: Die Metropole stimmt die Fans gekonnt auf die Saison ein, die Wüstenumgebung von Manama bringt eine gewisse Leere mit sich. Genauso, wie das Saisonfinale in Abu Dhabi 2009 nicht das Flair hatte, wie Finalläufe im Hexenkessel von Interlagos in Brasilien, wo eine Atmosphäre wie in einem gigantischen Fußballstadion herrschte. Und mal Hand aufs Herz: Irgendwie hatte es was, für den Saisonauftakt in Melbourne um fünf Uhr morgens die Glotze einzuschalten!


Aber Schluss mit der Kritik. Tatsächlich gibt es auch nicht nur für Langschläfer Vorteile des Standortwechsels. Die Strecke in Melbourne weist nämlich eine besondere Charakteristik auf, die das Kräfteverhältnis nicht selten verwaschen hat. Soll heißen: Wer wirklich wie schnell war, das wusste man oft auch nach dem Australien GP nicht. In Bahrain wird das anders sein: Die Temperaturen werden erwartungsgemäß hoch sein, das Kräfteverhältnis damit normal – zumal die Strecke auch eine nach dem Schema ff ist. Nach dem Bahrain GP wird der GP-Zirkus auch wirklich erste Fakten auf der Hand haben, wer wo steht – und das ist vor allem nach einem solchen Winter wichtig. Ein Winter, der ins Wasser fiel, denn die meisten Testergebnisse wurden nicht nur vom großen Tank verwaschen, sondern auch vom Regen.


Melbourne oder Manama – das ist jetzt egal. Hauptsache in sieben Tagen geht es endlich wieder richtig zur Sache!



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