Kommentar: F1: Noch eine Saison für Rubens, bitte
Geschrieben von: Michael Zeitler   
Sonntag, 27. November 2011 um 22:34

Kommentar: F1: Noch eine Saison für Rubens, bitte

von Michael Zeitler

Rubens Barrichello soll 2012 noch eine letzte Abschieds-Saison fahren - das wünscht sich !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler. 

| Interlagos (!NS!DE-RAC!NG) - Kann das wirklich sein? Das fragen sich viele F1-Fahrer im Feld. Kann es wirklich sein, dass Rubens Barrichello einen so unwürdigen Abgang hat? Ausgerechnet vor heimischem Publikum das letzte F1-Rennen zu fahren, ohne es zu wissen? Keine Abschiedsparty – und die hätte es gegeben, denn es gibt viele im Fahrerlager, die Rubens Barrichello mögen. Und noch mehr, die ihn bewundern.

Seit 19 Jahren ist Barrichello fester Bestandteil der Formel-1. Er ist gegen Fahrer wie Ayrton Senna, Nigel Mansell, Alain Prost gefahren, er hat es in einem Team mit Weltmeistern wie Michael Schumacher und Jenson Button aufgenommen, sage und schreibe 137 Fahrer standen im Grid eines F1-Rennens, an denen auch Rubens Barrichello teilnahm! Das sind: Philippe Adams, Christijan Albers, Michele Alboreto, Jean Alesi, Jaime Alguersuari, Philippe Alliot, Fernando Alonso, Michael Andretti, Marco Apicella, Luca Badoer, Fabrizio Barbazza, Zsolt Baumgartner, Paul Belmondo, Olivier Beretta, Gerhard Berger, Eric Bernard, Enrique Bernoldi, Mark Blundell, Jean-Christophe Boullion, Sébastien Bourdais, Thierry Boutsen, David Brabham, Martin Brundle, Gianmaria Bruni, Sébastien Buemi, Luciano Burti, Jenson Button, Ivan Capelli, Karun Chandhok, Érik Comas, David Coulthard, Yannick Dalmas, Cristiano da Matta, Jérôme D’Ambrosio, Anthony Davidson, Andrea de Cesaris, Pedro de La Rosa, Jean-Denis Deletraz, Lucas di Grassi, Paul di Resta, Pedro Diniz, Robert Doornbos, Tomas Enge, Ralph Firman, Giancarlo Fisichella, Christian Fittipaldi, Norberto Fontana, Heinz-Harald Frentzen, Patrick Friesacher, Bertrand Gachot, Marc Gené, Timo Glock, Jean-Marc Gounon, Romain Grosjean, Lewis Hamilton, Mika Häkkinen, Nick Heidfeld, Johnny Herbert, Damon Hill, Nicolas Hülkenberg, Yuji Ide, Taki Inoue, Eddie Irvine, Narain Karthikeyan, Ukyo Katayama, Nicolas Kiesa, Christian Klien, Kamui Kobayashi, Heikki Kovalainen, Robert Kubica, Franck Lagorce, Pedro Lamy, Nicola Larini, Giovanni Lavaggi, JJ Lehto, Vitantonio Liuzzi, Jan Magnussen, Pastor Maldonado, Nigel Mansell, Tarso Marques, Pierluigi Martini, Felipe Massa, Gaston Mazzacane, Allan McNish, Franck Montagny, Tiago Monteiro, Andrea Montermini, Juan-Pablo Montoya, Gianni Morbidelli, Roberto Moreno, Kazuki Nakajima, Shinji Nakano, Emanuele Naspetti, Hideki Noda, Olivier Panis, Giorgio Pantano, Massimiliano Papis, Riccardo Patrese, Sergio Perez, Vitaly Petrov, Nelson Piquet jr., Antônio Pizzonia, Alain Prost, Kimi Räikkönen, Roland Ratzenberger, Daniel Ricciardo, Nico Rosberg, Ricardo Rosset, Mika Salo, Stéphane Sarrazin, Takuma Sato, Domenico Schiattarella, Michael Schumacher, Ralf Schumacher, Ayrton Senna, Bruno Senna, Scott Speed, Adrian Sutil, Aguri Suzuki, Toshio Suzuki, Toranosuke Takagi, Gabriele Tarquini, Jarno Trulli, Esteban Tuero, Jos Verstappen, Sebastian Vettel, Jacques Villeneuve, Derek Warwick, Mark Webber, Karl Wendlinger, Justin Wilson, Markus Winkelhock, Alexander Wurz, Sakon Yamamoto, Alex Yoong, Alessandro Zanardi und Ricardo Zonta

Wir haben mit Rubens Barrichello gelitten, als er durch Pech bei seiner sensationellen Fahrt beim Europa GP 1993 das Podest im Jordan Hart nur knapp verpasste. Wir haben um Barrichello gezittert, als er in Imola 1994 im Freien Training schwer verunfallte und damit ein rabenschwarzes Wochenende einleitete. Wir haben gesehen, dass Topteams Interesse an Barrichello hatten, aber der noch Jahre in mäßig guten Teams wie Jordan und Stewart fuhr. Wir haben mit Rubens geweint, als er beim Deutschland GP 2000 einen völlig emotionellen ersten GP-Sieg feierte. Wir haben mit Rubens sympathisiert, als er der Wasserträger von Michael Schumacher bei Ferrari war. Wir haben uns an einige tolle Rennen des charismatischen Brasilianers erfreut. Wir haben gesehen, dass Barrichello immer wieder aus der Formel-1 geredet wurde und dann doch wieder ein Cockpit fand, siehe 2008.

2012 würde Barrichello seine 20. Saison fahren, mit 40 Jahren. Nicht nur er sagt: Es ist Pflicht, diese letzte Saison 2012 wirklich zu bestreiten. Barrichello sah 2011 sicherlich nicht immer glanzvoll aus. Die Umstellung auf die Pirelli-Reifen schaffte nicht jeder schnell und gut. Die wohl schlechteste Saison des britischen Traditionsteams Williams half auch nicht wirklich. Aber Barrichello zeigte vor allem bei den letzten zwei Rennen, wo der Hammer hängt. In Abu Dhabi fuhr er ein starkes Rennen, beim Brasilien GP qualifizierte er den Williams Cosworth auf Startplatz zwölf. Teamkollege Pastor Maldonado blieb schon in Q1 hängen.

Nach dem Rennen winkte Barrichello den heimischen Fans zu. Es dürfte wohl das Abschiedswinken gewesen sein. Bei Renault hat Barrichello angeklopft und ist abgeblitzt. Bei Williams soll er durch Testfahrer Valtteri Bottas oder Adrian Sutil ersetzt werden. Barrichello sucht in Brasilien inzwischen nach Sponsorengelder. Aber es sieht wohl leider so aus, als würde Barrichello wirklich einen solch unrühmlichen Abgang haben. Gewiss: Es sollten auch langsam mal junge Fahrer ran und Fahrer wie Mark Webber, Jarno Trulli, Felipe Massa oder eben auch Rubens Barrichello stehen aufstrebenden Fahrern vielleicht im Weg. Aber dieser Abgang von Rubens wäre zu unwürdig, um wahr zu sein. Bitte Rubens, eine Saison noch!

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren