Kommentar: Das wissen sogar Außenstehende!
Geschrieben von: Michael Zeitler   
Sonntag, 11. Dezember 2011 um 12:48

Kommentar: Das wissen sogar Außenstehende!

von Michael Zeitler

!NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler über die neue Safety-Car-Regel für 2012.

| Delhi (!NS!DE-RAC!NG) - Kennen Sie das? Wenn Sie sich für irgendetwas genauer interessieren und Sie auch wissen, dass der Gegenüber von Ihnen sich dafür nicht wirklich interessiert? Trotzdem werden Sie immer wieder von diesem Thema sprechen, Sie wollen ja schließlich den anderen mit ihrer Euphorie über dieses Themengebiet anstecken. Das gelingt nur selten. Oft muss man sich auch gegen „Null-Interesse-Aussagen“ wehren. Im Motorsport fahren ja alle nur im Kreis ist eine solche Aussage. Vor kurzem habe ich mit jemanden über Diskussionsforen gesprochen und bin dann auf das Beispiel Motorsport-Forum zu sprechen gekommen. Das wurde mit Verwunderung aufgenommen. „Was kann man denn im Sport bitteschön diskutieren? Sind doch alles Fakten.“ Eigentlich stimmt das. Eigentlich.

Natürlich wird über Sympathie gegenüber einzelnen Fahrer debattiert, aber so einfach wollte ich es nicht machen. Ich habe ein Beispiel herausgekramt und bin schnell fündig geworden. Mein Beispiel: Die neue Safety-Car-Regel für 2012. Ich habe den Sachverhalt genauestens und gut erklärt und habe gesagt: „Und künftig sollen die Überrundeten Fahrer sich wieder zurückrunden dürfen und sich hinten anstellen, damit sie sich beim Re-Start nicht zwischen zwei Fahrer, die um Positionen kämpfen, befinden.“ Das ist der Vorteil – und trotzdem finden nicht alle diese neue Regel gut. Mich eingeschlossen. Darüber wird diskutiert, habe ich gesagt – und gefragt: „Kannst du dir vorstellen, wieso das vielleicht blöd ist?“ Die Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Ja, klar, das ist ja Wettbewerbsverzerrung.“ Ein gutes Argument, nur: Eine Safety-Car-Phase ist natürlich immer Wettbewerbsverzerrung, weil ein Abstand zwischen zwei Fahrer zunichte gemacht wird. Hat sich der Erstplatzierte zehn Sekunden Vorsprung herausgefahren, so ist der nun futsch. Ich hab dann erklärt: „Es ist auch deswegen blöd, weil die Fahrer ja eine Runde im Renntempo fahren müssen, bis sie den Schwanz des Feldes erreicht haben. Damit ist die Safety-Car-Phase ihrer ursprünglichen Bedeutung „Sicherheit“ eigentlich entraubt – und sie verzögert diese Phase nur unnötig.“

Wieder kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Und wieso lassen sich die Überrunden nicht einfach zurückfallen und bekommen diese Runde nicht einfach geschenkt?“ Ja warum eigentlich? Eigentlich checken das auch Außenstehende. Liebe Regelmacher, das ist wirklich peinlich!

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