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Geschrieben von: Michael Zeitler
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Sonntag, 08. Januar 2012 um 13:25 |
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Kommentar: Chance für Buemi
von Michael Zeitler
Über die Chancen von Sébastien Buemi ein Kommentar von !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler.
| Milton Keynes (!NS!DE-RAC!NG) - Der Grad zwischen Hero und Zero ist in der Formel-1 so schmal wie so manch magersüchtiges Model. Besonders trifft das bei den Red-Bull-Junioren zu: Das Förderprogramm kann der Weg zur F1-Weltmeisterschaft sein – siehe Sebastian Vettel. Doch wer keine Leistung bringt, der steht auf verlorenem Posten da.
Besonders bei der Scuderia Toro Rosso zeigt sich das. Sébastien Buemi und Jaime Alguersuari gingen mit dem Glauben in die Saison 2011, dass der Sieger des Duells zu Red Bull aufsteigt und dort Mark Webber ersetzt, während der Verlierer wirklich verloren hat und sich wohl aus der Formel-1 verabschieden muss. Es gab zwei Optionen: Der Sieger bekommt das WM-Auto, der Verlierer kann zu Hause seine F1-Memoraren schreiben. Folglich stachelten sich Alguersuari und Buemi gegenseitig an – auf und neben der Strecke. Ein loses Mundwerk, schieres Selbstvertrauen – beide mussten sich auch verbal ins Rampenlicht bringen. Das Ende vom Lied: Beide müssen heim, mit Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne kommen zwei neue Red-Bull-Jünglinge und bei Red Bull bleibt Webber Teamkollege von Vettel. Wuff…
Beide kämpfen nun um ihren Verbleib in der Formel-1. Nur noch bei Williams und HRT gibt es jeweils ein freies Cockpit. Alguersuari ein Spanier, HRT ein spanisches F1-Team, das noch dazu spanischer werden will. Alguersuari als HRT-Teamkollege von Pedro de La Rosa 2012 – der Traum vieler spanischer Fans. Doch nachdem bereits HRT-Teamchef Luis Perez-Sala einen solchen Transfer als unwahrscheinlich bezeichnete, gibt Alguersuari HRT nun auch einen Korb. Stattdessen soll er mit McLaren verhandeln und dort Testfahrer werden. Mit Gary Paffett und Oliver Turvey hat McLaren zwar zwei Test- und Ersatzfahrer – aber Alguersuari wäre eine bessere Option, sollte Jenson Button oder Lewis Hamilton vertreten werden müssen.
Buemi hat mehr Glück: Er wird Test- und Ersatzfahrer bei den beiden Red-Bull-Teams. Der Schweizer sieht das als Chance – und hat Recht: Buemi kann Red Bull bei den Simulatortests mit technischem Feedback überzeugen und seinen Speed bei dem ein oder anderen Test eventuell aufzeigen. Und wenn Webber dann wieder so schwächelt, dann könnte Buemi noch 2012 den Australier ersetzen! Die Chance ist auf jeden Fall da, Wunder sollte man allerdings nicht erwarten. Der ehemalige BRM-Pilot Dr. Helmut Marko, der für die Cockpitverteilungen in den beiden Red-Bull-Teams verantwortlich ist, hat Einblick in alle Toro-Rosso-Telemetriedaten gehabt, um Buemis Leistungen zu bewerten. Er hat mit allen Ingenieuren gesprochen, wie das technische Feedback von Buemi ausfällt. Überraschungen darf man daher nicht erwarten, aber die Chance für Buemi, sie ist auf jeden Fall da. Wieder scheint der Grad zwischen Hero und Zero so schmal zu sein. Der Vertrag läuft nur ein Jahr, in jenem Jahr kann Buemi an anderen Träumen arbeiten: Zum Beispiel eine Teilnahme beim 24-Stundenrennen von Le Mans hat Buemi im Visier. Vielleicht ja mit Audi, denn der schwäbische Hersteller arbeitet mit Red Bull bereits in der DTM zusammen.
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