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Geschrieben von: Michael Zeitler
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Sonntag, 29. Januar 2012 um 11:31 |
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Kommentar: Chance für Bianchi
von Michael Zeitler
!NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler über die neue Rolle von Jules Bianchi und die Chance, die damit verbunden sind.
| Silverstone (!NS!DE-RAC!NG) - Rubens Barrichello testet nächste Woche einen Dallara Chevrolet in der IndyCar, Kimi Räikkönen hat seinen ersten F1-Test seit dem Comeback diese Woche hinter sich gebracht, bei Volkswagen gibt es wieder lose Überlegungen bezüglich eines F1-Comebacks und Caterham hat den neuen F1-Flitzer für 2012 präsentiert. Das waren die Topthemen dieser Woche. Das Thema Barrichello und die IndyCar wird eines, das uns nächste Woche noch beschäftigen wird. Dann enthüllen immer mehr F1-Teams auch ihre neuen GP-Rennwagen – nur so viel: Die Präsentation von Caterham im F1-Magazin „F1 Racing“ war für das Team von Tony Fernandes nicht unbedingt ein Erfolg: Die Fotos unscharf, die Medienanalysen und Berichte im Umfang viel zu moderat – und das, obschon man das erste Team war, das den neuen Boliden vorgestellt hat. Der F1-Test von Kimi Räikkönen ist ohne Vergleichswerte – das Comeback des Finnen wird uns dieses Jahr noch öfter beschäftigen. Und das VW-Thema ist ein alter Hut, aber mit einer interessanten neuen Perspektive: Statt der Technologie eines F1-Rennwagens (die für die Serie inzwischen kaum noch Relevanz hat), ist der Pluspunkt der Formel-1 die weltweite Vermarktung. Volkwagen will vor allem an den neuen Märkten im Mittleren Osten, Asien und in Amerika präsenter sein – und diesbezüglich bietet sich ein Einstieg in den GP-Sport durchaus an. Es ist eine neue Sichtweise der Dinge, die sich durchaus einer genaueren Beschäftigung lohnt. Aber dazu ein anderes Mal.
Es ist wahrscheinlich die letzte Woche, in der sich auch für die Beschäftigung mit den kleineren Themen Zeit und Platz findet. Und da war diese Woche zum Beispiel die Verpflichtung von Jules Bianchi als Dritter Mann bei Force India. Dazu an paar persönliche Anmerkungen. Erst einmal wieder ein großes Lob an Force India und auch Williams: Die beiden Teams schenken die so wertvolle Zeit am Freitagmorgen her, um junge Fahrer an die Formel-1 heranzuführen. Force India mit Bianchi, Williams mit Valtteri Bottas. Das ist ehrenwert, genauso wie die Tatsache, dass beide Teams in der Vergangenheit keine Scheu damit hatten, neue Fahrer in die Formel-1 zu hieven: Wir erinnern uns bei Force India unter anderem an Adrian Sutil und Paul di Resta – oder bei Williams an Nico Rosberg, Kazuki Nakajima, Nicolas Hülkenberg und Pastor Maldonado. Im Großen und Ganzen ging die Strategie auf.
Zweitens ist es aber auch für Bianchi eine gute Chance. Der Franzose hatte es nicht leicht: Die GP2-Saison 2012 verlief nicht wunschgemäß. In der ersten Saison fuhr Bianchi unter ferner liefen. In der zweiten Saisonhälfte konnte er das Blatt zwar wenden – nicht aber den eher mäßig guten Gesamteindruck. Die Tatsache, dass 2012 nur sehr wenige neue Fahrer in die Formel-1 geholt werden, half auch nicht. Die Kombination aus einer eher schwachen GP2-Saison und raren Cockpits für Neueinsteiger machte Bianchi das Leben auf dem Transfermarkt hart. 2012 wird es für die GP2-Fahrer wohl einfacher: Die neuen Autos gehen in ihre zweite Saison, die Teams haben die Arbeit mit den neuen Dallara Mécachrome also verstanden. Außerdem werden 2013 wohl mehr F1-Cockpits frei, denn erwartet wird eine Rücktrittswelle, angefangen von Michael Schumacher, über Jarno Trulli bis hin zu eventuell auch Mark Webber und Felipe Massa. Der Transfermarkt 2013 bietet für die GP2-Fahrer von 2012 also eine gute Chance. Dennoch wäre eine weitere GP2-Saison für Bianchi mit Risiken verbunden gewesen: Noch einmal eine eher dürftige Saison (etwa, weil er kein Platz in einem Topteam findet) und die F1-Ambitionen des Ferrari-Nachwuchsfahrers würden einen herben Dämpfer bekommen. Die Alternative Testfahrer bei Force India ist besser: So bekommt Bianchi im ersten Freien Training jeweils die Chance, sich an einen F1-Rennwagen zu gewöhnen. Noch dazu wurden die Force-India-Testfahrer in den letzten Jahren meist auch befördert. Parallel dazu könnte Bianchi eine Saison in der Formel-World-Series-by-Renault fahren, die 2012 mit den neuen Dallara Renault leistungstechnisch fast bis an die GP2 aufschließen wird und damit für viele Fahrer eine echte Alternative werden wird. Bianchi hat also das Beste aus der eher miesen Situation gemacht.
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