Kommentar: Hoffentlich wird McLaren Weltmeister
Geschrieben von: Michael Zeitler   
Sonntag, 05. Februar 2012 um 15:32

Kommentar: Hoffentlich wird McLaren Weltmeister

von Michael Zeitler

Die ersten Rennwagen sind enthüllt - hätten aber lieber verhüllt bleiben sollen, findet !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler.

| Woking (!NS!DE-RAC!NG) - Für gewöhnlich bemühen wir uns ja um Objektivität. Aber dieses Mal muss schon in der Schlagzeile des Wochen-Kommentars eine Wertung. Nein, wir sind sicherlich keine McLaren-Fans, auch wir würden lieber einen Weltmeister namens Michael Schumacher sehen, den Titel in der letzten Kurve des letzten Rennens errungen durch ein Überholmanöver gegen Sebastian Vettel. Aber dieses Jahr bleibt wohl fast keine andere Wahl, als McLaren die Daumen zu drücken, denn bisher kommt der neue McLaren Mercedes MP4-27 als einziger GP-Renner der Generation 2012 ohne diese hässliche Stufen-Nase daher. Natürlich ist Optik eine subjektive Sache – aber pardon, werden nicht mindestens 90% der Deutschen Heidi Klumm für attraktiver halten als Angela Merkel?

Es gibt schon eine Vorstellung, was schön ist und was nicht. Die F1-Flitzer der Saison 2012 sind es nicht. Sie markieren den Tiefpunkt einer Reihe von Regeländerungen, die aus den F1-Boliden hässliche Forschungslabore auf Rädern gemacht haben. Los ging es eigentlich mit der Verschlankung der Rennwagen in der Saison 1998, als die Boliden statt zwei Meter, nur noch 1,80 Meter breit wurden. 2009 kam der schmale Heckflügel, die F1-Fahrzeuge wurden darauf hin mit Einkaufswägen verglichen. Da wirkt der Vergleich des Ferrari-Rennwagens mit dem eines LKWs (Alain Prost 1991) wie eine niedliche Schmeichel-Einheit. Und jetzt die Stufennase…

Den F1-Fans wird immer mehr zugemutet. McLaren hat im Rahmen des Reglements einen Rennwagen gebaut, der einigermaßen anschaubar ist. Das muss belohnt werden. Natürlich gäbe es auch andere Möglichkeiten, als McLaren die Daumen zu drücken: Der Automobilweltverband FIA müsste die Regeln endlich wieder einheitlicher und besser gestalten – damit solche Ungestalten wie 2012 nicht mehr möglich sind.

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