F1: Red Bull - Falsches Management
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Freitag, 27. August 2010 um 16:13

F1: Red Bull - Falsches Management?

von Michael Zeitler

Nicht nur Chris van der Drift hat ein falsches Management. Setzt auch Red Bull auf die faschen Nachwuchsserien?

| Milton Keynes (!NS!DE-RAC!NG) - Der Fall Chris van der Drift zeigt: Das richtige Management ist im Motorsport wichtig. Weil es sein Management versäumt hat, eine Rennunfallversicherung abzuwickeln und darüber hinaus auch die Preisgelder eingestrichen hat, sitzt der Neuseeländer jetzt auf seinen Behandlungskosten.

So gesehen schneiden F1-Fahrer wie Sebastian Vettel oder Lewis Hamilton, die sich selbst managen, besser ab. Trotzdem: Ein Manager ist oft wichtiger – und nicht nur beim Aushandeln von Gehältern. Ein Manager öffnet auch Türen und Toren. Besonders nach dem Willi Weber wegen zwielichtigen Geschäften kürzlich zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde, kann man von ihm, dem Mister 20%, halten was man will, aber ohne ihn wäre die Karriere von Michael Schumacher wohl ganz anders verlaufen. Und der Deutsche ist mit sieben WM-Titeln immerhin so erfolgreich, wie kein anderer Fahrer.

Viele Fahrer versuchen auch in Förderprogramme verschiedener Organisationen zu kommen. Seit Jahren fördert Red Bull den Nachwuchs, schon zu Zeiten, als man noch gar kein eigenes F1-Team hatte. Doch das Management des Nachwuchskaders, das der ehemalige F1-Fahrer Dr. Helmut Marko leitet, genießt keinen besonders guten Ruf. Gründe gibt es dafür reichlich: Marko scheint bei der Auswahl der Fahrer, die in den Kader aufgenommen werden, nicht oft ein glückliches Händchen zu haben, außerdem werden viele Fahrer meist ohne wirklich einleuchtende Gründe zu möglichst ungünstigen Zeiten wieder auf die Straße gesetzt. So geschehen erst vor wenigen Wochen mit Brendon Hartley.

Aber ein Vorwurf, den sich Red Bull gefallen lassen muss: Man bringt die Nachwuchsfahrer auch in den falschen Rennserien unter. Was bei Red Bull zählt ist die Quantität, nicht die Qualität. Man schaut auf die Kosten, nicht auf die Qualität der Serie. Die Nachwuchs-Fahrer, die der Formel-1 am nächsten sind, bringt Red Bull entweder in der Formel-2 unter, oder in der Formel-World-Series-by-Renault, wo man einen entsprechenden Fördervertrag mit dem Tech-1-Team unterzeichnet hat. Beides sind gewiss keine schlechten Rennserien, trotzdem zeigt sich seit Jahren, dass die GP2 die beste Nachwuchsserie ist. Um die zweite Liga des GP-Sports macht Red Bull aber seit Jahren einen Bogen – aus Kostengründen. Obwohl der Teamchef des F1-Teams von Red Bull, Christian Horner, dort mit dem Arden-Team sogar einen eigenen Rennstall besitzt.

Die F1-Teamchefs bedienen sich häufig aus dem Kader der GP2, die Red Bull-Nachwuchsfahrer bleiben deshalb außen vor. Für sie gibt es nur Aufstiegschancen bei Toro Rosso. Doch dort hält man weiter an Sébastien Buemi und Jaime Alguersuari fest. Man darf gespannt sein, was Daniel Ricciardo nun 2011 machen wird. Wahrscheinlich ist eine weitere Saison bei Tech 1 in der WSbR, aber ob das sinnvoll ist? Nicht besser geht es aber Fahrer, die aus dem Kader ausgeschieden sind, wie etwa nun Brendon Hartley. Sie genießen auch dank Red Bull nicht mehr wirklich einen guten Ruf.