F1: Startprozedere - Warum gut, warum schlecht?
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Dienstag, 22. November 2011 um 13:52

F1: Startprozedere - Warum gut, warum schlecht

von Michael Zeitler

Warum starten Michael Schumacher und Fernando Alonso so gut, warum Mark Webber so schlecht?

| Milton Keynes (!NS!DE-RAC!NG) - Eines kann man Michael Schumacher garantiert nicht vorwerfen. Der Rekordweltmeister ist trotz seiner 42 Jahre noch immer blitzschnell bei der Reaktion. Keiner braust so gut los wie der Deutsche, wenn das Licht der Ampel erlischt. Dabei ist aber nicht der Start an sich das Entscheidende, sondern die Positionierung im Startgetümmel. Schumacher glaubt, genau hier mit seiner Erfahrung punkten zu können. Komisch, fuhr er doch in seiner ersten, glanzvollen Karriere nicht selten von ganz vorne los, oder zumindest von fast ganz vorne. Wie entscheidend die Positionierung auf der Strecke ist, zeigte auch Adrian Tambay, dessen Vater Patrick Tambay den Deutschland GP 1982 und Imola GP 1983 für Ferrari gewinnen konnte. Adrian Tambay gewann beim Auto-GP-Rennen in Monza zehn Plätze und düste auf Rang zwei vor, weil er die äußerste Linie wählte!

Auch Fernando Alonso sticht 2011 mit guten Starts hervor. Das hat aber andere Gründe. Ferrari soll mit einem Schaumstoff hantieren, das den Druckpunkt der Kupplung vorgibt. Das Finden des Schleifpunktes wird dadurch erheblich erleichtert. Das Startsystem ist vom Automobilweltverband FIA jedenfalls als regelkonform eingestuft worden, bedient wird es mit einem Hebel hinter dem Lenkrad. Schon 2005 profitierte Alonso und sein damaliger Renault-Teamkollege Giancarlo Fisichella von einer unglaublich guten Startautomatik im Renault. In Kanada fielen beide von der zweiten Startreihe über die führenden Leute her – und das auf der eher untypisch kurzen Beschleunigungsstrecke bis zu ersten Kurve!

Wenn wir schon in der Vergangenheit wühlen, dann bleibt eine sensationelle Startrunde auch in Erinnerung: Justin Wilson, der beim Malaysia GP 2003 im Minardi Cosworth von Rang 19 auf Rang acht fuhr! Der Brite war damals für seine guten Starts bekannt, doch der heutige IndyCar-Pilot hatte auch seine Schwächen: Nach 41 Runden gab er auf, war für das Hitzerennen in der Tropensauna Sepang nicht fitt genug.

Aber es gibt auch die andere Seite der Medaille: Mark Webber verhaut derzeit quasi fast jeden Start. Ein Grund dafür sollen die Pirelli-Reifen sein. Sie bieten weniger Haftung am Start als ihre Vorgänger von Bridgestone – und damit kommt Webber nicht zurecht. Denn das Startprozedere muss dadurch viel präziser sein, um das Durchdrehen der Reifen zu verhindern. Genau da hat Webber aber Schwächen. Die Prozedur ist aber auch alles andere als einfach: F1-Teams arbeiten nicht mehr nur mit einer Kupplung, dazu gibt es viele Knöpfe in verschiedenen und zum bestmöglichsten Zeitpunkt zu drücken…