Das Euronova-Team von Ex-F1-Pilot Vincenzo Sospiri geht in Italien einer wichtigen Aufgabe nach.Â
| Rom (!NS!DE-RAC!NG) - Er war nah dran an der Formel-1: Vincenzo Sospiri. 1996 war er Test- und Ersatzfahrer bei Benetton, 1997 sollte er für das Lola-F1-Team sein F1-Debüt geben, aber in Australien scheiterte er genauso wie sein Teamkollege Ricardo Rosset an der Qualifikation für das Rennen und danach zog Lola den Stecker aus dem F1-Abenteuer. Inzwischen ist Sospiri der Chef beim italienischen Nachwuchsteam Euronova. 2012 wird Euronova neben der Formel-Abarth auch in die italienische Formel-3 aufsteigen. Die Serie wird internationaler, mit einer eingebetteten Europa-Meisterschaft, wie sie es auch in der Formel-Abarth gibt. Als Fahrer hat Euronova den bereits 24-jährigen Japaner Yoshitaka Kuroda verpflichtet.
Ein Aufstieg in die Formel-1 kommt für Euronova nicht in Frage, wie das Team !NS!DE-RAC!NG per Mail ausrichten lässt: „Nein, wir sind darauf fokussiert, jungen Fahrern, die vor allem derzeit nicht auf der Agenda der F1-Teams stehen, zu helfen. Wir tun unser Bestes, die Fahrer für höhere Serien wie WSbR, GP2 oder Formel-1 vorzubereiten – in allen Bereichen. Aber die Idee, ein F1-Team auf die Beine zu stellen, ist noch ein weiter Weg.“ Und weiter: „Derzeit konzentrieren wir uns auf die Formel-Abarth und die Formel-3, aber wir sind immer offen, auch andere Meisterschaften anzuschauen, denn unsere Struktur und unsere Mannschaft ist sehr erfahren in höheren Rennserien, es wäre für uns also kein Problem, in diesen Serien professionell anzutreten. Wenn sich die richtige Möglichkeit mit dem richtigen Fahrer ergibt, dann wären wir natürlich sehr daran interessiert, aber für den Moment fokussieren wir uns auf unsere Programme, die wir für 2011 bestätigt haben.“
Euronova will damit einen wichtigen Beitrag leisten, endlich wieder einen italienischen Star hervorzubringen, denn trotz einer fantastischen Motorsportinfrastruktur mit der Formel-Abarth, der italienischen Formel-3 und der Auto-GP ist für 2012 nur ein Italiener in der Formel-1 bestätigt – und selbst das Caterham-Cockpit für F1-Veteran Jarno Trulli wackelt. Euronova zu diesem Thema: „Die Situation ist zum Teil wegen der Wirtschaft so – die sehr talentierten, jungen Italiener, haben nicht das sehr große Budget, das notwendig ist, um in die Formel-1 zu kommen und dort zu bleiben. Sehr gute Fahrer wie Luca Filippi und Giorgio Pantano, die sich immer wieder als Gewinner verschiedener Kategorien unter der Formel-1 bewiesen haben, kommen nicht weiter, weil die Unterstützung großer Firmen mit dem richtigen Budget, fehlt. Ferrari war zuletzt recht gut, als sie sich um junge Fahrer gekümmert haben, sie haben Tests für siegreiche Fahrer in italienischen Serien angeboten – aber sie nehmen nicht nur italienische Fahrer, sondern sie nehmen Fahrer von überall auf der Welt.“
Italien steht ähnlich wie andere europäische Länder wie Spanien finanziell schlecht da. Das betrifft auch Euronova: „Die Wirtschaftskrise trifft uns alle und weil Leute und Firmen versuchen, weniger Geld auszugeben, sinkt natürlich auch das vorhandene Budget für Fahrer. Um dem entgegenzuwirken versuchen wir als Team so wirtschaftlich wie möglich zu sein, also das Geld für wichtige Sachen zur Funktion des Teams auszugeben, also etwa in qualifizierte Mitarbeiter. Und natürlich den Luxus etwas einzudämmen. Es gibt immer weniger Sponsoren, die in Italien vorhanden sind und viele junge Fahrer, die in die Nachwuchsserien einsteigen, werden von ihren Familien unterstützt. Ich rate den Eltern immer sehr gründlich zu überlegen, bevor sie sich dazu verpflichten, Geld in den Motorsport zu stecken, denn sogar in den unteren Nachwuchsformeln ist das Budget sehr hoch, wenn man keine Unterstützung von Sponsoren hat.“