| Serie: Formel 1 - Ferrari-Rennleiter: 6. Die Konstante Marco Piccinini |
| Geschrieben von: Michael Zeitler | |||
| Samstag, 04. Oktober 2008 um 13:53 | |||
|
Serie: Formel 1 - Alle Ferrari-Rennleiter: 6. Die Konstante Marco Piccinini von Michael Zeitler
Nachdem praktisch jährlich die Rennleiter bei Ferrari wechselten, war Marco Piccinini die erste Konstante seit Jahren. Der 6. Teil der Serie befasst sich aber auch mit Roberto Nosetto und Cesare Fiorio.
Roberto Nosetto (1977)
Marco Piccinini stammte aus einer reicheren Familie. Er selbst übernahm sämtliche Geschäfte der Eltern, verdiente in Banken sein Geld. Piccinini aber war schon immer dem Motorsport verfallen. So gründete er nach einigen Jahren Zusammenarbeit dem dem F3-Hersteller De Sanctis in den 70er Jahren Automobiles MP, eine megassische Firma, die 1974 auch einen F3-Renner baute. Der Bolide bekam den Namen MP301 und wurde in ein paar Rennen in der italienischen Formel-3 eingesetzt. Der italiensiche F3-Meister Carlo Giorgio fuhr den MP301 auch in einem interntionelem Event in Monaco. Konkurrenzfähig war das F3-Modell aber nicht. Piccinini sah Automobiles MP als gescheitert an und zog sich zunächst wieder vom Motorsport zurück.
Cesare Fiorio fuhr nur eine Rallye – die Rallye Monte Carlo 1961, bei der er prompt einen schweren Unfall hatte. Im gleichen Jahr wurde er Meister der italienischen GT-Serie seiner Klasse. 1963 wechselte er ins Management von Lancia und gründete die HF Squadra Corse – eines der erfolgreichsten Lancia-Rallye-Teams der Geschichte. Über viele Jahre hinweg blieb Fioro im Management bei Lancia und war damit für zahlreiche Titel, Siege und Erfolge verantwortlich. Gleichzeitig warf Fiorio aber auch seine Augen auf die Formel-1. 1980 verhandelte er im Namen von Lancia mit dem Toleman-F1-Team. Lancia sollte für das Team einen Formel-1-Turbo bauen. Mitte der 80er Jahre war Fiorio bereits ein angesehener Manager. Er übernahm Managementaufgaben bei Fiat, sowie beim Fußballverein Juventus Turin. Als Fiat 1988 Alfa Romeo schluckte, managte er auch das Motorsportprogramm von Alfa Romeo. Er war der perfekte Mann für den Posten des Ferrari-Rennleiters in der Formel-1. 1989 übernahm er den Posten und tatsächlich ging es mit dem Team aufwärts. Als 1990 Alain Prost verpflichtet wurde, kämpfte Ferrari erstmals seit Jahren wieder um die Weltmeisterschaft, und das nicht nur dank Außenseiterchancen. Ferrari stellte Prost 1990 das schnellste Auto im Feld, nicht immer war die Zuverlässigkeit aber herausragend. Auch die Endlosfehde von Prost mit Ayrton Senna gestalteten das Titelrennen schwierig. Beim Japan GP revanchierte sich Senna für den Rammstoß von Prost ein Jahr zuvor. Damit verlor Prost den WM-Titel. Der verlorene Titel war einer der Gründe, wieso Fiorio etwas überraschend kurz vor der Saison 1991 seinen Hut nehmen musste. Schon 1994 kehrte Cesare Fiorio aber wieder in die Formel-1 zurück – als Teammanager bei Ligier. Der Italiener blieb aber nur bis Tom Walkinshaw als Teamchef an Bord kam. Fiorio war danach im F1-Projekt von Forti verwickelt, kehrte 1996 aber nochmal für wenige Monate zu Ligier zurück – bis das Team an Alain Prost verkauft wurde. Mit Prost konnte er nicht weitermachen, schließlich war eine politische Außeraindersetzung mit Prost der Grund für den Rauswurf von Fiorio 1991 bei Ferrari. Ein weiteres Fiorio-Comeback gab es 1998, als er als Sportdirektor zu Minardi kam. In der Saison 2000 verließ er das Team wieder, nachdem er eine Außereinandersetzung mit Minardi-Teilhaber Gabriele Rumi hatte. Seither arbeitet Fiorio, geboren am 5. Mai 1939, für das italiensiche Fernsehen. Im Oktober 2007 wurde Cesare Fiorio mit den Worten zitiert: “Wäre ich heute noch Ferrari-Teamchef, würde ich mit allen Mitteln versuchen Lewis Hamilton zu verpflichten. Zu meiner Zeit hatten wir mit Alain Prost und Nigel Mansell 2 sehr gute Fahrer, aber ich habe versucht, Ayrton Senna zu kontaktieren. Für ihn hätte ich einen der beiden Champions geopfert. So eine Chance bekommt man nicht oft.” MZ
|













