Serie: Formel 1 - Historie des Kanada GP: Teil 5
Geschrieben von: Michael Zeitler   
Montag, 27. Oktober 2008 um 22:37

Serie: F1: Historie des Kanada GP (5)

von Michael Zeitler

 

Den letzten Teil der Kanada-GP-Serie widmen wir Robert Kubica. Er unterhielt das Publikum in den letzten 2 Jahren.

 

Der Horror-Crash von Kubica
In den letzten 2 Jahren schrieb Robert Kubica die Geschichte des Kanada GP fast im Alleingang. Denn im kanadischen Grand Prix 2007 hatte der Pole einen heftigen Crash, der einem das Schock ins Gesicht kritzelte. Nachdem der BMW-Sauber-Pilot den Toyota von Jarno Trulli berührte, flog er ab und krachte mit weit über 200 Stundenkilometern in die Mauer. Bei dem Aufprall wirkten über 70g. Die Kräfte bei diesem Unfall zerstörten sogar das so stabile Monocoque, wodurch die Beine von Kubica vorne aus dem Auto ragten. Glücklicherweise prallte Kubica aber nicht mehr mit dieser Stelle voraus an eine Begrenzung. Dafür überschlug sich Kubica noch nach dem Einschlag in die Mauer. Er schlitterte über die Strecke, wuchtete an der Leitplanke auf der anderen Seite der Strecke an und blieb seitlich liegen. Zunächst musste man mit dem Schlimmsten rechnen, auch weil Kubica zunächst regungslos im Cockpit hängen blieb. Aber schon beim USA GP nur eine Woche später wollte er wieder an den Start gehen! Die Ärzte ließen ihn aber erstmal nicht.

In Kanada 2008 war er aber längst wieder mit von der Partie. Nachdem im Vorjahr Lewis Hamilton in Kanada seinen ersten Grand Prix gewann, tat es ihm Kubica 2008 gleich – ausgerechnet an jenem Ort, an dem er ein Jahr zuvor einen solch schweren Unfall überlebte. Kubica profitierte dabei von einer Safety-Car-Phase, die nicht unbedingt sein hätte müssen: Adrian Sutil parkte seinen Force India Ferrari nach einem Defekt etwas ungünstig am Streckenrand. Der Sieg war aber nicht wirklich geschenkt, sondern lag längst in der Luft, was auch die Tatsache zeigt, dass Kubica nach diesem Sieg sogar die Führung in der WM-Wertung übernahm! Das lag aber auch ein bisschen an den Fehlern der Topstars, allen voran Lewis Hamilton. Hamilton räumte nämlich am Ausgang der Boxengasse Kimi Räikkönen ab und brachte damit beide um sämtliche Siegchancen. Dabei hatte Kubica noch Glück: Nur ein Ausweichmanöver verhinderte, dass der McLaren-Mercedes-Star nicht in Kubica sondern in Räikkönen krachte. MZ