2001: Gründung der ETCC
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Nachdem in Deutschland bereits 2000 die DTM neu gegründet wurde, rief die FIA im folgenden Jahr die Europäische Tourenwagen Meisterschaft (ETCC) ins Leben. Als Basis dafür diente der in Italien beheimatete Euro STC Cup. Doch bereits früh wurde klar, dass die erste Saison nur ein Interimsjahr sein würde. Denn aufgrund der Cup Basis traten Fahrzeuge in zwei verschiedenen Klassen und unterschiedlicher Rennlänge gegeneinander an. Ein Sachverhalt, bei dem nicht nur der Zuschauer schnell den Überblick verlieren kann.
Um diesen Missstand aus dem Weg zu räumen erarbeitete die FIA zusammen mit potentiellen Einsteigern das bis heute gültige Super 2000 Regelwerk. Dazu diente das seriennahe Gruppe N Regelwerk als Vorlage. Es umfasst ein Fahrzeug, das von einem 2000 cm² Triebwerk angetrieben wird und bei dem elektronische Fahrhilfen verboten sind.
Auch für die nötige TV Präsenz war von Anfang an gesorgt. Zusammen mit der FIA GT Serie und der Formel Renault V6 bildete das Veranstaltungspaket das so genannte LG Super Racing Weekend. Das Konzept lautete: Zehn Rennen auf zehn unterschiedlichen Rennstrecken in jeweils drei Serien. Die Rennen wurden in der Regel live auf Eurosport übertragen. Das Konzept zerfiel schließlich an der Folgen der Umstrukturierungen im Jahr 2006.
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Sondierungsgespräche mit den Herstellern
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Um ein möglichst hochkarätiges Starterfeld auf die Beine zu stellen, buhlte die FIA bereits seit Beginn um die Gunst der Hersteller. Stein des Anstoßes zahlreicher Regeländerungen war (und ist) BMW. Noch vor dem Einstieg ließen die Münchener verlauten, dass die Konzeption von Tourenwagen nach dem damaligen Regelwerk zu teuer sei. Da BMW aber gleich die Bedingungen für einen Einstieg nannte, wurden diese rasch per Reglement durchgesetzt. Unter den Problemen, die genannt wurden, befand sich auch die Wahl des Getriebes. Denn während die Gänge eigentlich sequentiell gewechselt werden sollten, beharrte BMW auf der H-Schaltung. Diese wurde dann auch zwingend ins Reglement aufgenommen, jedoch nur für eine Saison.
Aber auch weitere Hersteller interessierten sich stark für die neue Serie. Denn außerdem waren unter anderem Audi, Honda, Alfa-Romeo und Volvo in der Serie vertreten, wobei sich die Schweden nach einer Saison verabschiedeten.
Bereits während der ersten Saison unter dem neuen Regelwerk wurde klar wie wichtig es der FIA ist, die Marken durch ein ausgeglichenes Feld bei der Stange zu halten. So wurde den Heck getriebenen BMW die 30 kg Zuladung gegenüber den Fronttrieblern direkt wieder abgeschafft, da Alfa die Saison zu dominieren drohte.
Ab 2003 stieg ein weiterer Hersteller in die Serie. Seat setzte von nun an zwei Toleado mit Frank Diefenbacher und Jordi Gene ein. Im Zuge des wachsenden Erfolges wurde der Werkskader immer weiter aufgestockt. Im gleichen Jahr gab der Italiener Alessandro Zanardi sein Comeback im Motorsport. In einem extra für ihn präparierten BMW trat der Italien beim Saisonfinale in Monza an. Aus dem einmaligen Tourenwagenabenteuer wurde letztlich eine ganze Karriere.
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Durchsetzung des S2000 Regelwerks
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Nachdem das S2000 Reglement in der ETCC eingesetzt wurde, adaptierten einige nationale Tourenwagenserien das scheinbare Erfolgsrezept. Heute findet man Teile des sportlichen Reglements in vielen internationalen Serien. So stammt beispielsweise die allseits beliebte Reverse-Grid Regelung in ihren Ursprüngen dorther.
2004 übernahm schließlich die Deutsche Produktionswagen Meisterschaft (heute Procar) das Regelwerk, sodass auch die ETCC von nationalen Startern, die das Feld auffüllten profitierte. So setzte RS-Line seinen Ford Focus neben der nationalen Meisterschaft auch in der Europameisterschaft ein.
Danach war Schluss mit der Tourenwagen Europameisterschaft. Der Führungsstab rund um den Organisator Marcello Lotti entschied sich nach 1987 zum zweiten Mal eine Tourenwagen Weltmeisterschaft (WTCC) ins Leben zu rufen. Doch anders als die DTM in den 90ern, die an ihrer internationalen Orientierung zu Grunde ging, änderte sich in der WTCC kaum etwas. Das Reglwerk blieb identisch und auch die Einsatzkosten liegen in einem ähnlichen Bereich wie zuvor. Den günstigen Moment der Globalisierung der Serie nutzt die in Europa eingeführte Marke Chevrolet aus und stieg mit drei Werkspiloten in den Wettkampf ein. Alain Menu, Rob Huff und Nicola Larini blieben seitdem der Marke treu.
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Oschersleben als geschichtsträchtiger Moment
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In der gleichen Saison versuchte sich auch Peugeot, damals mit Eric Helary, in der WTCC. Doch bereits nach zwei Rennen, legte man das Projekt wieder für unbestimmte Zeit auf Eis. Das Rennen in Oschersleben war das letzte der Franzosen. Stattdessen sorgte Alessandro Zanardi an jenem Rennwochenende für Aufregung. Nach dem achten Platz im ersten Lauf, holte sich der Italiener die Pole-Position für den zweiten. Die Führung gab er bis zum Ziel nicht mehr her. Zanardi war der erste Paraplegiker, der im Motorsport einen Sieg für sich verbuchen konnte.
Auch 2007 folgte in Oschersleben eine Premiere. Nachdem Seat bereits am Wochenende zuvor in Anderstorp einen Seat Leon TDI ins Rennen schickte, der von Rickard Rydell zum Sieg gefahren wurde, starteten nun auch einige der permanenten Starter mit Diesel Fahrzeugen. Yvan Muller war der erster, der den Sieg holen konnte.
Trotz zahlreicher Anpassungen im Laufe der Jahre, ist der Seat Leon TDI nach wie vor das Maß der Dinge. Nach Yvan Muller im letzten Jahr, konnte 2009 Gabriele Tarquini den Weltmeistertitel für die Spanier sicher stellen. Er ist der älteste Titelträger in der Geschichte des Motorsports.
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