Graham Rahal fährt 2010 für vier verschiedene IndyCar-Teams.
| Indianapolis (!NS!DE-RAC!NG) - Trotz seines klingenden Namens (in Amerika ist der Name Rahal im Motorsport jedem bekannt) bekam Graham Rahal für 2010 kein Stammcockpit in der IndyCar, dem amerikanischen Pendant der Formel-1. Der US-Amerikaner versuchte deshalb, zumindest für ausgewählte Events ein Budget und damit ein Cockpit zu bekommen. Das Resultat: Rahal fuhr in dieser Saison bereits für vier Teams: Rahal Letterman (im Besitz seines Vaters Bobby Rahal), Newman Haas (ehemaliges F1-Team), Fisher und Dreyer & Reinbold.
Wer glaubt, dass sowas im Motorsport selten ist, der liegt richtig. Wer aber glaubt, dass das nicht zu toppen ist, der irrt: Johnny Parsons fuhr 1970 für sechs verschiedene Teams: Hughes, Wergland, Carter, Hoffman, Seymour und Varney. 1971 fuhr er für vier Teams: Forberg, Besecker, Meskowski und Jones. Das macht in zwei Jahren zehn verschiedene Teams! Auch 1977 fuhr er für sechs verschiedene Teams in der IndyCar: Crower, Leader Card, Patrick, Vatis, O'Connell und Freeman. John Paul jr. fuhr 1984 in der IndyCar in sieben Rennen für fünf Teams (allerdings zwei Nichtqualifikationen): VDS, Patrick, Primus, H&R und Provimi. 1989 schaffte er das gleiche mit Baker, Coyne, Mann, Bettenhausen und Dyson (drei Starts, drei Nichtqualifikationen).
Ganz wild trieb es Antoine Mourre beim Indy 500 im Jahr 1925, als er in einem Guyot gemeldet war, sich mit einem Duesenberg qualifiziert hat und schließlich einen Fiat gefahren ist!
In der Formel-1 gab es ebenfalls schon Fahrer, die in einer Saison für vier Teams gefahren sind. Als Beispiel Jo Bonnier 1958: Giorgio Scarlatti, Jo Bonnier, Scuderia Centro Sud und Owen Racing Organisation. Noch nie aber schaffte es ein Fahrer für vier verschiedene F1-Boliden in einer Saison zu fahren. Fahrer, die mit drei verschiedenen Fahrzeugen F1-Rennen fuhren, gab es allerdings schon – zuletzt 1994, als Johnny Herbert für Lotus, Benetton und Ligier fuhr.
Alle Fahrer, die mit drei verschiedenen Fahrzeugen in einer Saison gefahren sind:
Stirling Moss 1952: HWM, ERA, Connaught
Alberto Ascari 1954: Maserati, Ferrari, Lancia
Harry Schell 1955: Maserati, Ferrari, Vanwall
Mike Hawthorn 1956: Maserati, BRM, Vanwall
Roy Salvadori 1957: BRM, Vanwall, Cooper
Dan Gurney 1968: Eagle, Brabham, McLaren
Jo Bonnier 1968: Cooper, McLaren, Honda
Jacky Ickx 1973: Ferrari, McLaren, Iso Marlboro
John Watson 1975: Surtees, Lotus, Penske
Jean-Pier Jarier 1977: Penske, Shadow, Ligier
Nelson Piquet 1978: Ensign, McLaren, Brabham
Keke Rosberg 1978: Theodore, ATS, Wolf
Geoff Lees 1980: Shadow, Ensign, Williams
Roberto Moreno 1991: Benetton, Jordan, Minardi
Johnny Herbert 1994: Lotus, Benetton, Ligier
In den letzten Jahren sind Teamwechsel während der Saison in der Formel-1 seltener geworden. 2009 wechselte Giancarlo Fisichella während der Saison von Force India zu Ferrari und ersetzte dort Luca Badoer. Juan Manuel Fangio wurde 1954 als bisher einziger Fahrer mit zwei verschiedenen Fahrzeugen (Maserati, Mercedes) Weltmeister.