Ein Blick auf die aktuellen IndyCar-Teams.
| Indianapolis (!NS!DE-RAC!NG) - Mit dem Newman-Haas-Team wird 2012 ein Traditionsrennstall in der IndyCar fehlen. Ein Blick auf die anderen Rennställe:
Penske (1968): Roger Penske, ein ehemaliger F1- und IndyCar-Fahrer gründete 1968 das Penske-Team, das elf Mal den IndyCar-Titel holte, 15 Mal den Sieg beim Indy-500 und darüber hinaus auch einige sehr erfolgreiche eigene IndyCar-Chassis entwickelt. Auch anderen Rennserien scheute sich Penske nicht, egal ob Nascar oder in den 70er Jahren auch Formel-1.
Foyt (1979): Die US-amerikanische Rennlegende brachte 1979 erstmals einen eigenen Rennstall in die IndyCar – Fahrer war er selbst. Foyt ist mehrfacher IndyCar-Meister und Sieger des Indy-500. Noch als das Indy-500 Teil der F1-Fahrermeisterschaft war (von 1950-1960) nahm Foyt am Indy-500 teil, 1992 startete er zum letzten Mal und wurde Neunter! Sein letzter Indy-Sieg reicht ins Jahr 1977 zurück, damals schlummerte in seinem Coyote-Chassis ein Foyt-Motor, den sein Rennteam gebaut hat. Sein Team blieb lange sieglos, erst als sich die IndyCar 1996 in zwei Serien aufteilte schlug die große Stunde und Foyt stellte 1996 und 1998 den Meister. Inzwischen ist auch sein Adoptivsohn und leiblicher Enkel Larry Foyt im Team als Manager involviert.
Dale Coyne (1984): Der gleichnamige IndyCar-Fahrer aus dem US-Bundesstaat Illinois gründete das Team 1984 um unter Eigenregie Chassis in der IndyCar einzusetzen. Coyne selbst riss keine Bäume aus, also kümmerte er sich ab Ende der 80er Jahre nur noch um die Geschicke des Teams. Zwischenzeitlich war auch Walter Payton Teilhaber bei Dale Coyne Racing und 1986 wurde mit dem DC-1 Chevrolet sogar ein eigener IndyCar-Rennwagen gebaut. Jahrelang war Dale Coyne ein Hinterbänklerteam, 2009 in Watkins Glen erst gab es den ersten IndyCar-Sieg, herausgefahren durch den ehemaligen F1-Fahrer Justin Wilson.
HVM (1986): Besitzer von HVM ist Keith Wiggins, der auch schon in der Formel-1 einen Rennstall führte: Das Pacific-Team (1994, 1995). Wiggins kaufte sich 2001 das frühere Team von Tony Bettenhausen jr., einem ehemaligen IndyCar-Fahrer, der bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, und formte daraus HVM. Das Bettenhausen-Team geht in der Gründung bis ins Jahr 1986 zurück. 2007 spannte Wiggins mit dem Ex-F1-Teambesitzer Paul Stoddart zusammen und Fahrer Robert Doornbos holte zwei Siege.
Ganassi (1988): Chip Ganassi kaufte sich Ende 1988 in das Patrick-Team ein, für das er zuvor schon selbst IndyCar-Rennen bestritten hat und in Cleveland 1984 mit einem March Cosworth Zweiter wurde, hinter Sieger Danny Sullivan, der für Shierson einen Lola Cosworth steuerte. Als der ehemalige F1-Weltmeister Emerson Fittipaldi mit Patrick die Meisterschaft holte, war Ganassi also Teamteilhaber. 1990 gründete er dann das Ganassi-Team, seit Ende 2000 wird er dabei vom Unternehmer Felix Sabates unterstützt. Das Ganassi-Team kommt auf neun IndyCar-Titel.
Rahal Lettermann Langian (1992): Drei Namen, drei Teilhaber. Teamgründer war aber der mehrmalige IndyCar-Meister Bobby Rahal, der 1992 mit seinem eigenen Team Rahal Hogan den Titel einsackte – und das im ersten Versuch des Teams! Seitdem rennt man einer Meisterschaft allerdings hinterher, wenn gleich immer wieder ein Sieg für das Team anfiel. In den vergangenen zwei Jahren tat man sich schwer, ein Budget für die gesamte Saison aufzutreiben, stattdessen ging man mit Unterstützung des bayerischen Herstellers BMW in die American-Le-Mans-Serie. 2012 will Rahal Lettermann Langian auch in der IndyCar wieder voll angreifen.
Andretti (1993): Die Geschichte des Teams reicht ins Jahr 1993 zurück, als Barry Green und Gerald Forsythe zusammen eine Mannschaft aus dem Boden stampften. Forsythe machte schon kurz daraufhin sein eigenes Team auf und so war Green bis ins Jahr 2001 alleiniger Teambesitzer des Team Greens. Dann kaufte sich Michael Andretti ins Team ein und aus dem Team Green wurde Andretti Green Racing. Seit 2009 führt der ehemalige F1-Pilot Michael Andretti das Team unter Eigenregie, deshalb ist die Mannschaft inzwischen als Andretti Autosport bekannt. Seit Andretti im Team involviert ist, holte sich der Rennstall drei Titel.
Panther (1998): Ein Team, das aus einem Konsortium um Teammanager John Barnes gegründet wurde und 1998 das IndyCar-Debüt gab, seither zwei Meisterschaft einstrich. Zwischenzeitlich war Panther auch im Mitbesitz des ehemaligen F1-Fahrers Aguri Suzuki.
Dreyer-&-Reinbold (2000): Verrückt: Gleich beim ersten IndyCar-Rennen der Teamgeschichte 2000 gewann Robbie Buhl – seitdem fährt der Rennstall vergebens einen IndyCar-Sieg hinterher. Buhl, ein ehemaliger IndyCar-Fahrer, ist also ein Teambesitzer. Der andere ist Dennis Reinbold, ein Händler verschiedener Automarken.
Sam Schmidt (2001): Der ehemalige IndyCar-Fahrer Sam Schmidt landete nach einem schweren Unfall im Rollstuhl. Dass das kein Hindernis ist, erfolgreich einen Rennstall zu führen, zeigte schon Frank Williams in der Formel-1. 2001 gründete Sam Schmidt daraufhin ein Team, das vorwiegend in der Indy-Lights, aber auch immer wieder in der IndyCar an den Start ging. Seit 2011 werden die IndyCar-Projekte seriöser und größer mit ersten Achtungserfolgen.
Conquest (2002): Der Belgier Eric Bachelart scheiterte als Rennfahrer in Europa und wechselte daher in die IndyCar. Große Resultate lieferte er auch dort nicht, also gründete er 1997 seinen eigenen Rennstall Conquest, der 2002 in die IndyCar aufstieg. Ein Topteam ist Conquest nicht: Bis heute fehlt ein Sieg, besser als Andrew Rangers Platz zehn in der Gesamtwertung 2005 und 2006 war Conquest noch nie. Aufgeben gibt’s nicht: 2012 fährt Conquest nicht nur in der IndyCar, sondern auch in der American-Le-Mans-Serie.
KV (2003): Das Team von Kevin Kalkhoven, der gemeinsam mit Gerald Forsythe inzwischen auch die Motorenschmiede Cosworth besitzt, sowie dem ehemaligen IndyCar-Meister Jimmy Vasser wurde 2003 gegründet – damals noch unter Mithilfe von Craig Pollock, der auch in der Formel-1 als Manager von Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve und Teamgründer des BAR-Teams, dem heutigen Mercedes-Werksteam, eine tragende Rolle gespielt hat. Das KV-Team beruht auf den Überresten des PacWest-Teams, das 1993 aus der Taufe gehoben wurde.
Sarah Fisher (2008): Die blonde IndyCar-Rennlady gründete 2008 zusammen mit ihrem Mann Andrew O’Gara und dem Geschäftsmann Willis E. Hartmann das Rennteam. Man begann mit fallweisen Einsätzen, 2012 soll eine erste volle Saison erfolgen.
Bryan Herta (2010): Der Rennstall gehört wie der Name entlarvt dem ehemaligen IndyCar-Fahrer Bryan Herta. 2010 und 2011 war der Rennstall nur fallweise im Einsatz, gewann aber trotzdem mit Dan Wheldon völlig überraschend das Indy-500. Gegründet wurde das Team 2009 für die Indy-Lights, 2012 soll eine erste komplette IndyCar-Saison erfolgen.
Ed Carpenter (2012): Das Team ist eines der neuen Teams für die Saison 2012 und wurde, der Name lässt es vermuten, vom IndyCar-Fahrer Ed Carpenter gegründet, der auch als Fahrer fungieren wird. Gemanagt wird das Team von Tony George, seinem Stiefvater. George führte vor wenigen Jahren bereits mit Vision einen eigenen Rennstall, darüber hinaus war er auch lange Zeit Chef des Indy Racing League und der Rennstrecke in Indianapolis. Carpenter gewann in Kentucky 2011 im Team von Sarah Fisher sein erstes IndyCar-Rennen.
MSR (2012): Das Team wird von den beiden Ex-IndyCar-Piloten Michael Shank und AJ Allmendinger, sowie Brian Bailey aus der Taufe gehoben und wird 2012 die erste IndyCar-Saison bestreiten.