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Geschrieben von: Michael Zeitler
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Dienstag, 17. Januar 2012 um 13:40 |
Bruno Senna kämpft einmal mehr gegen Rubens Barrichello um ein Cockpit, wie 2009 bei Brawn. Nicht nur Sennas F1-Debüt wurde verzögert. Â
F1: Aktuelle Fahrer - Erste Möglichkeit ihres F1-Debüt
von Michael Zeitler
Bruno Senna kämpft einmal mehr gegen Rubens Barrichello um ein Cockpit, wie 2009 bei Brawn. Nicht nur Sennas F1-Debüt wurde verzögert.
| Grove (!NS!DE-RAC!NG) - Es ist schon eine gewisse Ironie: Bei Williams scheinen derzeit Rubens Barrichello und Bruno Senna um das zweite Cockpit neben Pastor Maldonado zu kämpfen. Die beiden Brasilianer kämpften schon im Winter 2008/2009 um das Cockpit bei Brawn. Im Spätherbst 2008 testete Senna, der Neffe des charismatischen dreimaligen F1-Weltmeister Ayrton Senna, für Honda und stand quasi unmittelbar vor der Vertragsunterschrift. Dann zog sich Honda zurück, Teamchef Ross Brawn kaufte das Team und wollte auf einen erfahrenen Fahrer wie Barrichello setzen. Das rettete Barrichello die F1-Karriere und verschob das F1-Debüt von Senna um ein Jahr. Und nicht nur das: Statt in einem WM-Auto gab Senna 2010 im schlechtesten Wagen, dem HRT Cosworth, seinen F1-Einstand. Nun soll er 2012 bei Williams fahren und damit Barrichello in Rente schicken.
Gerade Senna ist also ein perfektes Beispiel dafür, dass viele Fahrer schon viel früher beinahe ihr F1-Debüt gegeben hätte. Viele Karrieren wären dann vielleicht auch anders gelaufen. Welche Fahrer hatten schon vor ihrem F1-Debüt die Chance auf das erste WM-Rennen?
Während Sebastian Vettel 2007 als Ersatz für den verletzten Robert Kubica bei BMW Sauber viel früher als erwartet seinen ersten Grand Prix fuhr, war Vettels Red-Bull-Teamkollege Mark Webber zum Zeitpunkt seines Debüts (2002 in Australien im Minardi Asiatech) bereits 25 Jahre alt. 2000 war er bereits als Testfahrer bei Benetton in der Formel-1 unter Vertrag. Wie so oft gab es dann Zwistigkeiten von Benetton-Teamchef Flavio Briatore und einem seiner Stammfahrer. Dieses Mal war Alexander Wurz derjenige, den Briatore loshaben wollte. Neben Webber wurde auch Antônio Pizzonia als möglicher Wurz-Ersatz gehandelt, aber dann fuhr der Österreicher, der 1998 noch als potenzieller zukünftiger GP-Sieger galt, seine Saison doch noch zu Ende.
Das McLaren-Duo Jenson Button und Lewis Hamilton kam sehr früh in die Formel-1, Button 2000 bei Williams, Hamilton 2007 bei McLaren. Trotzdem gab es bei Hamilton Bestrebungen, ihn schon vorher in die Formel-1 zu hieven. Zwei Jahre zuvor soll Frank Williams Hamilton unter die Fittiche nehmen wollen, was an einem Veto von BMW scheiterte. Wäre aus Hamilton so etwas geworden, wie jetzt Nico Rosberg? Ein potenzieller GP-Sieger, der sich mit mittelprächtigem Material herumschlagen muss? Bei McLaren konnte Hamilton aus dem Stand heraus um den WM-Titel fahren.
Bei Leyton House standen 1991 gleich drei deutsche Fahrer auf der potenziellen Fahrer-Liste für die Saison. Das waren Christian Danner, Heinz-Harald Frentzen und Michael Schumacher. Besonders intensiv waren die Gespräche mit Danner, aber auch an Schumacher bestand großes Interesse. Damals entschieden Mercedes-Benz und Schumachers Manager Willi Weber sich gegen ein F1-Debüt von Schumacher bei Leyton House aus. Später gab es noch Verhandlungen mit Arrows-Footwork – aber da kam dann auch schon das F1-Debüt in Belgien im Jordan Ford.
Lotus-Rückkehrer Romain Grosjean gab bekanntlich in Mitten der Saison 2009 das Debüt anstelle des entlassenen Nelson Piquet jr. bei Renault. Heute heißt es: Grosjean sei damals ins Kalte Wasser geworfen worden, die Formel-1 kam für den Franzosen zu früh. Tatsächlich gab es aber schon im Winter vor der Saison 2009 Überlegungen, Piquet II gegen Grosjean oder Lucas di Grassi auszutauschen – beide damals Testfahrer bei Renault. Grosjean hätte so vor der Saison genügend Tests gehabt.
Beim Force-India-Duo Paul di Resta und Nicolas Hülkenberg gab es höchstens die Option, schon jeweils ein Jahr früher das F1-Debüt für ihre jeweiligen Teams zu geben, also Di Resta 2010 bei Force India und Hülkenberg 2009 bei Williams. Die Optionen blieben vage.
Pedro de La Rosa wird 2012 bei HRT mit 41 Jahren sein F1-Comeback geben. Schon bei seinem Debüt 1999 für Arrows war der Spanier mit 28 Jahren verhältnismäßig alt. Schon für 1998 war De La Rosa dank seiner spanischen Sponsorengelder bei gleich zwei Teams im Gespräch: Bei Minardi und bei Jordan (dort war er 1997 auch Testfahrer).
Aktuelle F1-Fahrer und die Möglichkeit, schon früher ein F1-Debüt zu geben: Michael Schumacher: 1991 bei Leyton House Pedro de La Rosa: 1998 bei Minardi, Jordan Mark Webber: 2000 bei Benetton  Lewis Hamilton: 2005 bei Williams Romain Grosjean: 2009 bei Renault
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